Das bringt das neue Jahr

Änderungen 2012: Neue Regelungen bei Immobilien

Kategorien: Bauen & Wohnen, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , ,

Das Jahr 2012 bringt für Immobilieneigentümer – und Personen, die es demnächst werden wollen – einige Veränderungen. Dazu zählen unter anderen Anhebungen bei der Grunderwerbsteuer, eine leichtere Wohnungsvermietung an Angehörige sowie Änderungen bei einigen KfW-Förderprogrammen. Die wichtigsten Neuerungen im Immobilienbereich haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Steigende Grunderwerbsteuer

Zum 1. Januar bzw. 1. März 2012 steigt in Schleswig-Holstein bzw. Rheinland-Pfalz die Grunderwerbsteuer von 3,5 auf 5 Prozent. Die Teuerung trifft vor allem Kapitalanleger, die in größere Objekte investieren. Für Eigennutzer, die eine Immobilie kaufen, hält sich die Steuererhöhung dagegen in Grenzen. So erhöhen sich dadurch die Kaufnebenkosten beispielsweise bei einem Appartement für 100.000 Euro um einmalig 1.500 Euro.

Sinkende Solarförderung

Im Bereich der Erneuerbaren Energien sinkt die Vergütung bei der Photovoltaik zum 1. Januar 2012 um 15 Prozent. Damit erhalten Eigenheimbesitzer, deren neue Photovoltaikanlage ab Januar 2012 ans Netz angeschlossen wird, nur noch eine Einspeisevergütung von 24,43 Cent je Kilowattstunde Sonnenstrom. Für die zweite Jahreshälfte ist eine weitere Senkung um voraussichtlich sechs bis neun Prozent vorgesehen. Deren Höhe ist von der weiteren Geschwindigkeit des Anlagenausbaus abhängig.

Einfachere Vermietungen an Angehörige

Wer in der eigenen Immobilie Wohnungen an Familienangehörige vermietet, kann sich ab 2012 über Vereinfachungen freuen. Hintergrund ist das Steuervereinfachungsgesetz: Wenn eine Immobilie an nahe Verwandte vermietet wird, entfallen ab Januar die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für die kommenden 30 Jahre. Voraussetzung ist jedoch, dass ein üblicher Mietvertrag geschlossen wurde und die Miete mindestens 66 Prozent (zuvor 56 Prozent) der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt.

Änderung bei KfW-Förderprogrammen

Beim Wohneigentumsprogramm (124/134) der KfW steigt der maximale Finanzierungsanteil der Gesamtkosten ab diesem Jahr von 30 Prozent auf 100 Prozent. Gleichzeitig reduziert sich jedoch der Förderhöchstbetrag von 75.000 Euro auf 50.000 Euro. “Für alle Immobilien bis zu 166.000 Euro Kaufpreis bringt dies dem Eigennutzer de facto mehr Geld”, rechnet Manfred Hölscher von Baugeldvermittler Enderlein vor. Ab einem Kaufpreis von 170.000 Euro stehe der Käufer hingegen künftig etwas schlechter da.

Daneben ist es ab Januar 2012 auch nicht mehr möglich, allgemeine Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen über das KfW-Programm “Wohnraum Modernisieren” (Nr. 141) zu finanzieren. “Lediglich wenn es sich um energieverbessernde Maßnahmen handelt, können zinsgünstige Kredite beantragt werden”, erklärt Hölscher dazu. Nach seinen Worten können Immobilienbesitzer durch das Zinstief allerdings auch normale Modernisierungskredite vergleichsweise zinsgünstig abrufen. Dagegen führt die KfW, anders als vorgesehen, die Förderung von altersgerechtem Umbau auch 2012 fort.

Weiter niedrige Zinsen für Kreditnehmer

Nachdem die Zinsen für Immobilienkredite 2011 ein neues Allzeittief erreicht haben, können Immobilienkäufer 2012 grundsätzlich ebenfalls mit niedrigen Zinsen für Darlehen rechnen. “Durch die enormen Unsicherheiten auf den Märkten ist eine Vorhersage der Konditionen kaum möglich. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Zinsen für Darlehen zwischen 3 und 4 Prozent zu haben sind”, heißt es bei Enderlein. Junge Kreditnehmer mit hohem Finanzierungsbedarf sollten zu Krediten mit Zinsbindungen von mindestens 10 Jahren, besser noch von 15 oder 20 Jahren, greifen. Zudem seien Anfangstilgungen von mindestens zwei Prozent empfehlenswert.

Preisentwicklung Immobilien

Für das Jahr 2012 geht man bei Enderlein von einer anhaltend starken Nachfrage nach Immobilien aus. Die Unsicherheit an den Märkten werde dafür sorgen, dass Privatpersonen und Investoren gleichermaßen in Sachwerte investieren. Die Preise für Immobilien dürften insgesamt weiter leicht anziehen.

Reform des Mietrechts

Für 2012 ist eine Überarbeitung des Mietrechts vorgesehen. Die genauen Regelungen sind jedoch noch nicht endgültig ausgearbeitet. Dabei sollen unter anderem Zwangsräumungen erleichtert und fristlose Kündigungen wegen Nichtzahlung einer Kaution ermöglicht werden. Auch sollen Mieter für einen Zeitraum von drei Monaten kein Mietminderungsrecht haben, wenn der Vermieter das Gebäude energetisch saniert und es zu Einsparungen beim Energie- und Wasserverbrauch kommt.

Überblick: Was ändert sich 2012?

(I) – Änderungen für Arbeitnehmer
(II) – Änderungen für Steuerzahler
(III) – Weitere Änderungen ab 2012
(IV) – Was sich bei Immobilien ändert


Quelle: Immowelt, Enderlein & Co. GmbH
(ENDE) finanzwertig.de/02.01.2012

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