Neue Regelungen, Belastungen & Entlastungen

Änderungen zum Jahreswechsel 2012

Kategorien: Arbeit & Karriere, Finanzpolitik, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , , ,

Änderungen zum Jahreswechsel 2012 Zum Jahresanfang müssen sich Verbraucher einmal mehr auf zahlreiche gesetzliche Neuerungen einstellen. Ob Renten- und Krankenversicherung, Hartz-IV-Leistungen und neue Mindestlöhne, Kinderbetreuung, Kindergeld und Pflegegeld oder elektronische Lohnsteuerkarte und neue Regeln bei der Steuererklärung – die wichtigsten Änderungen, Belastungen und Entlastungen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Überblick: Was ändert sich 2012?

(I) – Änderungen für Arbeitnehmer
(II) – Änderungen für Steuerzahler
(III) – Weitere Änderungen ab 2012
(IV) – Was sich bei Immobilien ändert

Beiträge zur Rentenversicherung

Der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung sinkt zum 1. Januar 2012 um 0,3 Prozent auf 19,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen dadurch nach Berechnungen der Bundesregierung um jeweils 1,3 Milliarden Euro entlastet werden. Hintergrund für diesen Schritt ist die zurückliegende gute wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die Rentenversicherungskassen haben dadurch entsprechend hohe Beitragseinnahmen erzielt.

Weiterhin wird 2012 die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West angehoben. Dabei steigt die Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge zur Sozialversicherung erhoben werden, in den alten Bundesländern von 5.500 auf 5.600 Euro. In den neuen Bundesländern bleibt die Beitragsbemessungsgrenze wie 2011 bei 4.800 Euro.

ANZEIGE

Mindestbeitrag für alle Riester-Sparer

Bei der Riester-Rente müssen ab 2012 alle Sparer einen Mindestbeitrag von jährlich 60 Euro einzahlen. Damit sind nun auch diejenigen dazu verpflichtet, die über ihren Ehepartner mittelbar zulagenberechtigt sind und bisher keinen eigenen Beitrag geleistet haben.

Für Riester-Sparer, die in der Vergangenheit unwissentlich keinen Eigenbeitrag geleistet haben und deren Zulagen zurückgefordert wurden, sind Nachzahlungen möglich. Die Anbieter von Riester-Verträgen sollen ihre Kunden dazu in Kürze darüber informieren.

Einstieg in die “Rente mit 67″

Ab 2012 beginnt darüber hinaus in der gesetzlichen Rentenversicherung die schrittweise Anhebung der Altersgrenze von 65 auf 67 Jahre. Das bedeutet für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1958 eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit um je einen Monat pro Jahrgang. Für die Jahrgänge 1959 bis 1963 wird im Zeitraum von 2024 bis 2029 das Renteneintrittsalter um zwei Monate pro Jahrgang steigen. Für Versicherte ab Jahrgang 1964 gilt künftig die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Unabhängig vom Geburtsjahrgang gilt: Wer 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat, kann weiter mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen.

“Hartz IV”-Regelsätze steigen

Zum Jahresbeginn 2012 werden auch die Regelsätze bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende (“Hartz IV”) angehoben. Die Änderungen wirken sich in den einzelnen Bedarfsstufen wie folgt aus:

  • Regelbedarfsstufe 1 (Alleinlebend) = 374 Euro/Monat (+10 Euro gegenüber 2011)
  • Regelbedarfsstufe 2 (Paare/Bedarfsgemeinschaften) = 337 Euro/Monat (+9 Euro)
  • Regelbedarfsstufe 3 (Erwachsene im Haushalt anderer) = 299 Euro/Monat (+8 Euro)
  • Regelbedarfsstufe 4 (Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren) = 287 Euro/Monat (unverändert)
  • Regelbedarfsstufe 5 (Kinder von 6 bis unter 14 Jahren) = 251 Euro/Monat (unverändert)
  • Regelbedarfsstufe 6 (Kinder von 0 bis 6 Jahren) = 219 Euro/Monat (+4 Euro)

ANZEIGE

Mindestlöhne für Zeitarbeiter, Gebäudereiniger und Dachdecker

Für die gut 900.000 Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche gilt ab dem 1. Januar 2012 erstmals ein verbindlicher gesetzlicher Mindestlohn. Dieser beträgt je Stunde 7,01 Euro für die neuen Bundesländer (inklusive Berlin) sowie 7,89 Euro für die alten Bundesländer. Zum 1. November 2012 soll der Mindestlohn auf 7,50 Euro bzw. 8,19 Euro steigen.

Für die gut 830.000 Beschäftigte in der Gebäudereinigungsbranche gelten ab 1. Januar 2012 neue gesetzliche Mindestlöhne. Im Bereich der Innen- und Unterhaltsreinigung steigt der Mindestlohn im Westen von 8,55 Euro auf 8,82 Euro und im Osten von 7,00 Euro auf 7,33 Euro. Zum 1. Januar 2013 ist eine weitere Anhebung auf 9,00 bzw. 7,56 Euro vereinbart. (Im Bereich der Glas- und Außenreinigung verbleiben die Mindeststundenlöhne im Westen bei 11,33 Euro. Im Osten steigen sie ab 1. Januar 2013 von jetzt 8,88 Euro auf 9,00 Euro.)

Auch für die gut 87.000 Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk gilt bundesweit ein neuer gesetzlicher Mindestlohn. Er steigt ab 1. Januar 2012 von 10,80 Euro auf 11,00 Euro. Zum 1. Januar 2013 ist eine weitere Anhebung auf 11,20 Euro vorgesehen.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Zum 1. Januar 2012 tritt das neue Familienpflegezeitgesetz in Kraft. Es soll berufstätigen Frauen und Männern mit zu pflegenden Angehörigen die Reduzierung ihrer Arbeitszeit ermöglichen. Konkret können Beschäftigte ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden verringern – allerdings nur über maximal zwei Jahre. Um die Einkommenseinbußen abzufedern, erhalten sie während dieser Zeit eine Lohnaufstockung. Wer zum Beispiel von einer Vollzeit- auf eine Halbzeitstelle reduziert, erhält 75 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens.

Nach der Pflegephase bekommen die Beschäftigten aber trotz wieder höherer Arbeitszeit weiterhin nur ihr abgesenktes Gehalt – und zwar so lange, bis der Gehaltsvorschuss des Arbeitgebers “abgearbeitet” ist.

Überblick: Was ändert sich 2012?

(I) – Änderungen für Arbeitnehmer
(II) – Änderungen für Steuerzahler
(III) – Weitere Änderungen ab 2012
(IV) – Was sich bei Immobilien ändert


Quelle: Bundesregierung Online
Bild: aboutpixel.de / Arnim Schindler
(ENDE) finanzwertig.de/29.12.2011

Ratenkredit - Banner 468x60
ANZEIGE

Leider noch keine weiteren Artikel zum Thema...

RSS-Grafik
Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann abonnieren Sie doch den finanzwertig.de-Feed. So werden Sie immer mit den aktuellen Beiträgen versorgt.

Artikel kommentieren