Vorerst kein deutsches "Hulu"

Bundeskartellamt verbietet Online-Videothek von RTL und Pro7Sat1

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Rückschlag für RTL und Pro7Sat.1: Beide Mediengruppen wollten mit einer gemeinschaftlich betriebenen Online-Videothek Stellung gegen die dominierenden US-Konkurrenten Google/YouTube und Hulu beziehen. Doch das Bundeskartellamt hat den Sendern nun die Gründung eines entsprechenden Internetportals untersagt.

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Ihre Entscheidung begründete die Behörde insbesondere damit, dass die Gemeinschaftsplattform “in der konkret geplanten Form das nach wie vor bestehende marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt für Fernsehwerbung weiter verstärken würde”. Zudem würden damit die bestehenden Verhältnisse auf dem Fernsehwerbemarkt nicht nur konserviert, sondern auch auf das Segment der Video-Werbung im Internet übertragen. Diese Nachteile für den Wettbewerb könnten nur durch die Vorteile einer offenen, rein technischen Plattform (erhöhte Reichweite für Video-on-Demand-Angebote, einfachere Navigation durch die Inhalte) aufgewogen werden. Allerdings seien RTL und Pro7Sat1 nicht bereit gewesen, ihre geplante Video-Plattform soweit zu öffnen.

Für RTL und Pro7Sat1 bedeutet die Entscheidung einen herben Dämpfer in ihrem Kampf um Werbeerlöse im Internet. Allerdings ist das Votum der Kartellwächter noch nicht rechtskräftig. Beide Sender haben einen Monat Zeit, um beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde einzulegen. Deutsche Internetnutzer müssen derweil ihre Lieblingssendungen vorerst weiter auf zahlreichen verschiedenen Onlineplattformen zusammensuchen.

Quelle: Bundeskartellamt
(ENDE) finanzwertig.de/18.03.2011

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