Missachtete Gesetze beim Kleingedruckten

“Computerbild”: AGB-Fallstricke beim Online-Shopping

Kategorien: Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , ,

Ob Kleidung, Bücher oder Reisen – mit nur wenigen Klicks lässt sich heute vieles im Internet einkaufen. Allerdings hat die schöne neue Welt auch ihre Tücken, unter anderem bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Hier lauern bei vielen Anbieter zahlreiche Fallstricke, wie die Zeitschrift “Computerbild” jetzt berichtet. Für die aktuelle Ausgabe haben die Redakteure das “Kleingedruckte” von 57 Shops, Fluglinien, Reisebüros, Internet-Anbietern und Partnerbörsen im Internet geprüft. Im Ergebnis boten mehr als 90 Prozent der AGB Anlass zur Kritik, lediglich fünf Anbieter hielten sich streng an das geltende Recht.

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Lediglich Ikea, C&A, Buecher.de, myToys.de und das Hotelportal HRS punkteten laut “Computerbild” mit einwandfreien Geschäftsbedingungen (alle “sehr gut”). Gravierende Mängel führten dagegen bei Partypoker.com, Ryanair und dem Reiseportal Ab-in-den-urlaub.de zur AGB-Note “mangelhaft”. So gebe es bei der Fluggesellschaft Ryanair in den AGB nicht nur viele verbraucherunfreundliche Klauseln, sondern auch unzulässige Gebührenregelungen. Ein vergessenes Online-Ticket für einen bezahlten Flug koste beispielsweise 40 Euro. Auch bei Ab-in-den-urlaub.de würden den Kunden in den AGB hohe Umbuchungs- und Stornierungsgebühren angedroht.

Tücken finden sich dem Fachmagazin zufolge ebenfalls in den Internet-Geschäftsbedingungen beliebter Partnerbörsen: ElitePartner (AGB-Note “ausreichend”) informiere beispielsweise nicht über Kündigungsfristen oder Vertragsverlängerung. Sowohl Flirtcafe (AGB-Note “befriedigend”) als auch Friendscout24 (AGB-Note “ausreichend”) haben demnach das Widerrufsrecht in ihren Geschäftsbedingungen nicht wie vorgeschrieben hervorgehoben.

Ebenfalls nur “befriedigend” seien die AGB der Online-Shops von Bonprix und Otto. Bei beiden Shops werde es etwa dem Kunden erschwert, sein Widerrufsrecht zu nutzen: Die Kontaktdaten seien unvollständig – Faxnummer und E-Mail-Adresse fehlten. Ebenfalls verbraucherunfreundlich: Falls ein bestelltes Produkt nicht lieferbar sei, behalten sich unter anderem Bonprix und Otto vor, einen Ersatzartikel zu schicken – und zwar ohne vorherige Rücksprache mit dem Kunden. Aus den Geschäftsbedingungen gehe außerdem nicht klar hervor, wann der Kaufvertrag überhaupt zustande komme.

Branchengrößen bei AGB nur “befriedigend”

Insgesamt tummelt sich laut “Computerbild” die Crème de la Crème des deutschen Internethandels im großen Mittelfeld mit der Note “befriedigend”. So liefere beispielsweise Amazon unklare Hinweise zur Datenweitergabe bei Rechnungskauf. Zudem behalte sich die Shop-Plattform Amazon Marketplace vor, nicht nur die Bonität des Käufers zu überprüfen, sondern auch gleich die des Ehepartners. In den Geschäftsbedingungen des Media Markt-Online-Shops fehle der Hinweis auf das Produkthaftungsgesetz, dafür finde sich dort der Satz “Erfüllungs- und Leistungsort ist der Sitz des Verkäufers” – was für den Laien nicht nur unverständlich, sondern auch falsch sei. Außerdem werde dem Käufer nicht erklärt, was sich hinter dem Wortungetüm “vertragswesentliche Pflichten” verberge. Dieser Fehler sei aber unter anderem auch bei eBay zu bemängeln.

Im Ergebnis rät das Computermagazin Verbrauchern dazu, vor dem Online-Einkauf neben den Produktangaben und Lieferfristen immer auch die ABG des Anbieters zu prüfen. Für den Kunden besonders wichtig seien hierbei die Angaben zum Widerrufs- und Rückgaberecht und zur Gewährleistung. Weitere “goldene Regeln”: Der Kunde sollte sich vergewissern, dass der Internet-Shop persönliche Daten verschlüsselt übertrage und sichere Zahlungsarten biete – von Vorkasse und Nachnahme ist abzuraten.

Quelle: Computerbild (Ausgabe 24/10)
(Ende) finanzwertig.de/08.11.2010

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  1. [...] Kunden unproblematisch ihr Recht einfordern können. Quelle: Computerbild (in Kooperation mit finanzwertig.de) (Ende) [...]

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