Neuer Kraftstoff

E10-Benzin: Nicht jeder Motor verträgt Ethanol-Beimischung

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Das Jahr 2011 hat an den Tankstellen mit der Einführung neuer Kraftstoffsorten begonnen. Den Benzinsorten mit 91, 95 und 98 Oktan können jetzt statt fünf bis zu zehn Prozent Ethanol beigemischt werden – das muss jedoch durch entsprechende Aufkleber und Hinweise an der Zapfsäule kenntlich gemacht werden (“Normal E10 schwefelfrei”, “Super E10 schwefelfrei”, “Super Plus E10 schwefelfrei” oder “Enthält bis zu 10 Prozent Bioethanol”). Tatsächlich tanken sollten den neuen Biokraftstoff auch nur Autofahrer, die wirklich sicher wissen, dass der höhere Ethanolanteil dem eigenen Auto nicht schadet, wie der ADAC informiert.

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Besitzer benzinbetriebener Fahrzeuge sollten sich, bevor sie das erste Mal E10 tanken, vergewissern, dass Ihr Fahrzeug den Kraftstoff tatsächlich verträgt. Etwa 90 Prozent aller Benziner können nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums E10 tanken. Neufahrzeuge seien in der Regel alle E10-tauglich.

Welche Autos bedenkenlos mit E10 fahren können, darüber informiert etwa der ADAC im Internet unter www.adac.de/e10. Auch die Deutsche Automobil Treuhand hat eine Liste E10-verträglicher Fahrzeuge (.pdf-Dokument) herausgegeben. Darin sind auch die Hersteller-Servicenummern enthalten, die bei Fragen zu E10 angerufen werden können. Darüber hinaus informieren auch Fahrzeughändler und Kfz-Werkstätten über die E10-Verträglichkeit von Fahrzeugen.

Bestehen Zweifel an der Verträglichkeit raten Experten dazu, besser weiter Kraftstoff mit geringerem Ethanolgehalt – also E5 – getankt werden. Allgemein seien die Kraftstoffanbieter in Deutschland per Verordnung verpflichtet, mindestens bis 2013 auch E5-Sprit anzubieten. Ausnahmeregelungen seien nur für sehr kleine Tankstellen vorgesehen. Eine Umrüstung nicht E10-tauglicher Fahrzeuge sei praktisch unmöglich und wäre auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Von der Verwendung spezieller Additive, die die E10-Tauglichkeit auch bei nicht “freigegebenen” Modellen gewährleisten sollen, sei ebenfalls abzuraten – es existierten dafür keine Freigaben der Fahrzeughersteller.

Wer ein nicht E10-taugliches Auto versehentlich mit dem neuen Kraftstoff betankt, sollte den ADAC-Experten zufolge den Tankvorgang sofort abbrechen und den Rest mit E5 auffüllen. Bereits eine einzige Fehlbetankung könne zu kostspieligen Schäden an Bauteilen des Kraftstoffsystems führen. Wer sein Fahrzeug bereits mit dem neuen Kraftstoff voll getankt hat, sollte daher vor dem Motorstart besser bei seinem Vertragshändler oder der Werkstatt seines Vertrauens um Rat fragen.

Vorsicht ist auch geboten, wenn man mit dem Auto die Grenze überquert: In anderen europäischen Ländern gelten laut ADAC bezüglich E10 unterschiedliche nationale Kraftstoffnormen – was dort zu teilweise abweichenden Hersteller-Freigaben führt. Solange die EU-Norm nicht flächendeckend umgesetzt sei, sollten Autofahrer besser von der Verwendung von E10 im Ausland absehen.

E10 kein Grund für deutlich steigende Benzinpreise

Mehr Bioethanol im Benzin verteuert die Herstellungskosten der Kraftstoffe nach Auffassung des ADAC nur geringfügig. Ein unverhältnismäßiger Anstieg der Kraftstoffpreise sei daher nicht akzeptabel. Das gelte sowohl für E10- wie auch für E5-Kraftstoffsorten. Der ADAC habe die Bundesregierung deshalb aufgefordert, eine ausreichende Markttransparenz und -überwachung sicherzustellen, um unangemessene Preisentwicklungen gerade auch bei Super E5 auszuschließen. Im Sinne der Preistransparenz und der Förderung des Wettbewerbs werde der ADAC zudem die Preisgestaltung nach Einführung von E10 genau verfolgen und mögliche Fehlentwicklungen thematisieren.

Mehr zur höheren Bioethanol-Beimischung:


Quelle: ADAC, Bundesverkehrsministerium
(ENDE) finanzwertig.de/10.01.2011

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4 Kommentare
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  1. [...] Bioethanol aus Getreide und Zuckerrüben beigemischt wird (zuvor fünf Prozent). Da jedoch nicht jedes Fahrzeug das neue E10-Benzin verträgt, reagieren viele verunsicherte Autofahrer an den Tankstellen sehr zurückhaltend und tanken [...]

  2. Das Abkassieren und Verwirren der Autofahrer hat Methode. Die ganze E10-”Affäre” ist jetzt wegen der Katastrophe in Japan in den Hintergrund getreten. Bei der Benzinpreisdiskussion wird allerdings oft vergessen, dass der Staat ca. 85 Cent pro Liter an Steuern kassiert. Mehr als die Hälfte des Benzinpreises sind Steuern. Und je teuerer der Sprit wird, umso mehr Einnahmen werden generiert.

  3. [...] vorhalten müssen. Sinn und Zweck dieser Vorgabe sei es, für diejenigen Autofahrer, deren Pkw aus technischen Gründen kein E10 vertragen, ein echtes Super E5 mit 95 Oktan zu fairen Preisen anzubieten. Quelle: ADAC (ENDE) [...]

  4. [...] notiert: Vor einem Jahr wurde der neue Kraftstoff E10 an deutschen Tankstellen eingeführt. Die Ethanol-Beimischung sorgte damals für große Unsicherheit unter den deutschen [...]

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