Schutz vor Kartenmissbrauch

EC-Karte oder Kreditkarte: Was tun bei einem Diebstahl oder Verlust?

Kategorien: Banken, Konten & Kredite, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , , , ,

Die girocard (früher EC-Karte) oder Kreditkarten sind ein sicheres und bequemes Zahlungsmittel, gerade im Urlaub. Leider werden jedes Jahr eine hohe Anzahl von Taschen- und Handgepäckdiebstählen angezeigt – und in mehr als der Hälfte der Fälle wird der Verlust von darin enthaltenen Bankkarten beklagt. Wie kann man sich davor schützen und was ist zu tun, wenn die Karte gestohlen wird oder verloren geht?

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Am besten ist es natürlich, dass es erst gar nicht so weit kommt. Hier lässt sich mit dem Beachten einer Verhaltensregeln vorbeugen: So sollten Karten ebenso wie Bargeld auch unterwegs an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, beispielsweise in der Innentasche einer Jacke oder einem unter der Kleidung getragenen Brustumhängebeutel. Die PIN-Nummer darf auf keinen Fall auf der Karte oder anderweitig in der Geldbörse notiert werden – auch nicht als Telefonnummer getarnt.

Was bei einem Diebstahl zu tun ist

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu einem Verlust oder Diebstahl der girocard oder der Kreditkarte kommen, ist es wichtig, die Karte sofort sperren zu lassen. Denn erst ab der Sperrung haftet der Karteninhaber nicht mehr für etwa auftretende Schäden. Am schnellsten geht die Kartensperrung direkt bei der ausgebenden Bank oder über den Sperr-Notruf 01805 021 021. Im Ausland, beispielsweise während des Urlaubs, ist nur die Ländervorwahl +49 davor zu setzen.

Die zentrale Notruf-Nummer ist für Kartensperren Tag und Nacht erreichbar. Der Service kostet derzeit 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkhöchstpreis 42 Cent pro Minute. Gebühren aus dem Ausland können abweichen. Die Meldung des Bankkunden wird grundsätzlich durch einen Sprachcomputer aufgenommen.

Die Sperrrufnummern für die verschiedenen Debitkarten sowie die jeweils aktuellen Kosten finden sich unter www.kartensicherheit.de. Verbraucherschützer raten, sich die Nummern vor Urlaubsantritt zu notieren und separat von der Kredit- oder Giro-Karte aufzubewahren. Im Notfall muss man so nicht lange suchen.

Wer haftet bei Kartenmissbrauch?

Für die Sperrung muss der Karteninhaber seine Bankleitzahl und Kontonummer oder die Nummer der Kreditkarte bereithalten. “Der Zeitpunkt der Kartensperrung sollte sicherheitshalber notiert werden”, rät Christian Bahlmann von der Sparda-Bank Berlin. Denn erst ab diesem Zeitpunkt bekomme der Bankkunde bei missbräuchlicher Verwendung der Karte sein Geld zurück. Für Schäden, die vor Eingang der Verlustanzeige eintreten, beschränke sich die Haftung des Karteninhabers bei Kreditkarten in der Regel auf einen Höchstbetrag von 150 Euro. Die Haftungsregelung bei der girocard wird von den einzelnen Banken gemäß der jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen unterschiedlich gehandhabt.

Allerdings haftet der Karteninhaber selbst, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Das ist etwa der Fall, wenn…

- die PIN auf der Karte vermerkt wurde,
- die PIN zusammen mit der Karte am gleichen Ort (z.B. im Portemonnaie) aufbewahrt wurde,
- die Geheimnummer einer anderen Person mitgeteilt und dadurch der Missbrauch verursacht wurde,
- das Abhandenkommen der Karte nicht sofort bei der Bank oder der zentralen Sperrannahme gemeldet wurde,
- der Geldbeutel unbeaufsichtigt (zum Beispiel im PKW, in der Handtasche oder am Arbeitsplatz) zurückgelassen wurde oder
- wenn sich die Karte in einem Mantel oder einer Tasche befand, die an einer frei zugänglichen Garderobe oder über einer Stuhllehne in einem Restaurant/Café hingen.

Verlustanzeige bei der Polizei

Wenn die Karte gestohlen wurde, sollte außerdem sofort Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Über das Projekt “KUNO” ist die Polizei elektronisch mit Einzelhändlern und Netzbetreibern verbunden. Mit Einverständnis der Geschädigten können so die Daten der girocard oder Kreditkarte in die Sperrdateien der Kassensysteme übermittelt werden. Damit wird ausgeschlossen, dass die Karte im so genannten Elektronischen Lastschriftverfahren durch Vorlage der Karte und Fälschens der Unterschrift weiterhin verwendet wird. Es empfiehlt sich außerdem, den Zeitpunkt der Anzeige und den Namen des aufnehmenden Beamten zu notieren.

Noch ein Tipp der Sparda-Bank Berlin: “Nicht immer wird das Abhandenkommen einer Karte sofort bemerkt. Deshalb ist es wichtig, dass die Bankkunden sämtliche Belege der im Urlaub getätigten Verfügungen sammeln und ihre Kontoauszüge regelmäßig überprüfen.” Dann wird die missbräuchliche Verwendung der Karte entdeckt und widerrechtliche Abbuchungen können rechtzeitig reklamiert werden.

Quelle: Sparda Bank Berlin
(ENDE) finanzwertig.de/12.08.2010

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