Höhere Fahrpreise

Fernbus-Reisen: Verbandspräsident erwartet Ende des “Billig-Wahns”

Kategorien: Verbraucher-Infos, Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , ,

Kurz notiert: Seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes boomt die Branche. Zahlreiche neue Anbieter kämpfen unter den neuen Bedingungen um Marktanteile – und das machen sie zur Zeit noch vor allem mit günstigen Preisen. Doch Lockangebote von weniger als zehn Euro für Strecken wie Berlin-Hamburg seien auf Dauer nicht wirtschaftlich, meint Wolfgang Steinbrück, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO).

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Wie Steinbrück in einem Interview mit der Berliner Zeitung ausführte, herrscht im Busmarkt seit der Liberalisierung vor anderthalb Jahren ein ruinöser Preiswettbewerb. Gerade die großen Unternehmen versuchten mit aller Macht, Marktanteile zu gewinnen. Da könne ein Mittelständler, der auf eigene Rechnung fahre, nicht mithalten. Wenn der Bus zur Hälfte besetzt ist, so der BDO-Präsident weiter, wäre auf einer Strecke von rund 300 Kilometern, wie zwischen Berlin und Hamburg, ein Fahrpreis von 25 bis 30 Euro realistisch. Damit könne ein Busunternehmer seine Kosten decken und hätte noch eine Gewinnspanne von fünf bis zehn Prozent. Und der Kunde würde immer noch gut 40 Prozent weniger zahlen als bei der Bahn. Das müsste nach Ansicht Steinbrücks “doch eigentlich als Anreiz reichen”.

Doch noch setzen viele Linienbus-Anbieter weiterhin auf “Ramschpreise”. Daher verdiene im Fernbusmarkt auch bisher noch niemand Geld. Aber irgendwann, so Steinbrück, wollen die Firmen auch Gewinne machen – und “dann ist der Billig-Wahn vorbei”.


Quelle: Berliner Zeitung
(Ende) finanzwertig/28.07.2014/mar

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