Insolvenzprognose 2010/2011

Firmenpleiten: Trendwende erst 2011

Kategorien: Mittelstands-News, Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , ,

Die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft spiegelt sich auch in der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen wider. Nach dem dramatischen Anstieg 2009 soll die Zahl der Firmenpleiten in diesem Jahr nur noch leicht um 1,3 Prozent auf 33.100 steigen. Das geht aus der Internationalen Insolvenzprognose 2010/2011 der Euler Hermes Kreditversicherung hervor.

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In ihrer neuesten Prognose rechnen die Experten von Euler Hermes erst in 2011 mit einer deutlichen Trendumkehr bei den Unternehmensinsolvenzen. Dann wird die Zahl voraussichtlicht um 5,4 Prozent auf 31.300 sinken. Trotzdem wird das Niveau vor der Krise – als die Anzahl der Firmeninsolvenzen noch unter 30.000 lag – im nächsten Jahr noch nicht erreicht werden.

Eine schnellere Besserung ist nach der Prognose des Kreditversicherers dagegen bei den Not leidenden Forderungen zu erwarten. Diese schnellten noch 2009 infolge von Großpleiten um mehr als 230 Prozent auf insgesamt 73,1 Milliarden Euro nach oben. Ohne diesen Großpleiten-Sondereffekt dürfte die Summe der Not leidenden Forderungen in diesem Jahr wieder deutlich zurückgehen – und zwar um 62,8 Prozent auf 27,2 Milliarden Euro. Für 2011 ist mit einem weiteren Rückgang um voraussichtlich noch einmal 11,8 Prozent auf dann rund 24 Milliarden Euro zu rechnen.

Mehr Insolvenzen vor allem im Maschinenbau und EDV-Sektor

Von den Hauptbranchen in Deutschland bleibt im Verarbeitenden Gewerbe und den Dienstleistungen die Lage angespannt. In beiden Sektoren wird die Zahl der Firmeninsolvenzen laut Euler Hermes im laufenden Jahr 2010 weiter ansteigen. Das Verarbeitende Gewerbe – 2009 mit einem Zuwachs von gut 40 Prozent weitaus am härtesten getroffen – werde 2010 voraussichtlich ein nochmaliges, wenn auch moderates Plus von 1,9 Prozent verzeichnen. Das gelte vor allem für den Maschinenbau und die EDV-Branche, während zum Beispiel im Automobilbau, aber auch im Bereich Eisen und Stahl die schwere Insolvenzwelle langsam abebbe. Im Dienstleistungsbereich rechnet der Kreditversicherer für 2010 mit voraussichtlich 18.170 Firmenpleiten. Das seien 5,2 Prozent mehr als 2009 und 54,9 Prozent aller gewerblichen Insolvenzfälle.

Im Baugewerbe und im Handel sinke dagegen schon dieses Jahr die Zahl der Firmenpleiten – bei den Baufirmen um 8,3 Prozent, im Handel um 1,6 Prozent. Das Baugewerbe, jahrelang die Sorgenbranche der deutschen Wirtschaft, schneide damit, wie schon in den beiden Jahren zuvor, in dieser Hinsicht besser ab als die anderen Hauptbranchen der deutschen Wirtschaft.

“Die absehbare Trendumkehr ist zwar erfreulich, aber von den Insolvenzen geht weiterhin eine große Gefahr aus”, summiert Ralf Meurer, Vorstandsvorsitzender der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, die Ergebnisse der Insolvenzprognose. Noch sei die Wirtschaft nicht auf einen stabilen Wachstumspfad zurückgekehrt; das Risiko eines konjunkturellen Rückschlags bleibe groß. Ausfälle von Forderungen können Firmen auch weiterhin in eine existenzielle Krise stürzen.

Quelle: Euler Hermes Kreditversicherung
(ENDE) finanzwertig.de/15.07.2010

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  1. [...] Finanz- und Wirtschaftskrise lässt die Zahl der Firmenpleiten nach oben schnellen. Insolvenzverwalter rechnen für 2010 mit über 33.000 Unternehmensinsolvenzen. Für Arbeitnehmer stellen sich in einer solchen Situation schnell eine Reihe von Fragen: Muss [...]

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