Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

Hartz IV-Empfänger als Hundehaufen-Kontrolleure?

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In fast schon regelmäßigen Abständen machen Politiker mit neuen Vorschlägen zur Beschäftigung von Hartz-IV-Empfängern auf sich aufmerksam. Nachdem unlängst Guido Westerwelle ALG II-Bezieher zum Schnee schaufeln zwangsrekrutieren wollte, trifft es jetzt speziell die Berliner Langzeitarbeitslosen: Geht es nach einer Grünen-Abgeordneten sollen sie als Kontrolleure gegen Hundehaufen eingesetzt werden.

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Mehr als 100.000 Hunde gibt es nach Angaben der Senatsverwaltung in Berlin. Diese sorgen Tag für Tag für geschätzte 40-50 Tonnen Hundekot – die zum Ärger vieler Nicht-Hundebesitzer zu oft achtlos in den Straßen und Parkanlagen liegen bleiben. So will beispielsweise die Hauptstadt-Redaktion der BILD-Zeitung allein in der Neuköllner Sanderstraße 56 Hundehaufen auf 500 Metern gezählt haben.

Auf Köttel-Patrouille für 1.000 Euro pro Monat

Die Situation stinkt, das findet offenbar auch die Berliner Politikerin Claudia Hämmerling. “Was auf Gehwegen und an Straßen herumliegt, ist eklig! Der öffentliche Raum darf nicht länger als Kloake benutzt werden”, sagte die Verkehrsexpertin der Grünen laut “BILD.de”. Als Maßnahme forderte sie jetzt mehr Personal für die Ordnungsämter zur Verfolgung wenig ordnungsbewusster Hundebesitzer. Dafür sollten in den einzelnen Bezirken jeweils 20 Hartz IV-Empfänger eingestellt werden. Diese könnten dann in den Berliner Problem-Kiezen patrouillieren und Häufchen-Sünder auffordern, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entsorgen. Motivieren soll die Langzeitarbeitslosen eine Bezahlung von 1.000 Euro monatlich, wie “BILD.de” weiter berichtet.

Kein Bestandteil grüner Politik

Hämmerlings Vorschlag sorgt – kaum verwunderlich – für reichlich Kritik. So wies etwa der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Daniel Buchholz, darauf hin, dass die Ordnungsämter schon personell verstärkt wurden. Sei es nun Lärm oder Hundekot – jede Woche werde eine neue Aufgabe als besonders wichtig bezeichnet. Wer da ständig nach mehr Personal verlange, der müsse sich fragen lassen, ob die Ordnungsämter jemals personell ausreichend ausgestattet sein würden.

Martin Behrsing, Sprecher vom Erwerbslosen Forum Deutschland, hält die Idee, Arbeitslose hinter Hundebesitzern herzuschicken, für wenig Erfolg versprechend. Er sehe förmlich schon, wie ein Hundebesitzer seinen Schäferhund auf einen Hartz IV-Empfänger losjage, der ihn zurechtweisen wolle. Und selbst die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat sich von Hämmerlings Äußerungen distanziert: “Solche Vorschläge sind nicht Bestandteil grüner Politik”, erklärte der Fraktionsvorsitzende Volker Ratzmann.

Quelle: BILD
(ENDE) finanzwertig.de/08.04.2010

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