Berlin bei Kaufnebenkosten teurer als Bayern

Immobilienkauf: Höhere Grunderwerbsteuer in jedem zweiten Bundesland

Kategorien: Bauen & Wohnen, Steuern, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , ,

Seit der Föderalismusreform 2006 dürfen die Bundesländer den Satz der Grunderwerbsteuer selbst festlegen und sind nicht mehr an die vorher üblichen 3,5 Prozent gebunden. Während im Süden der Republik dieser Satz beibehalten wurde, bezahlen Berliner und Hamburger mittlerweile 4,5 Prozent, wie der Immobilienfinanzierer Interhyp berichtet. Diesem Beispiel sei im März dieses Jahres auch Sachsen-Anhalt gefolgt. Weitere fünf Bundesländer planten entsprechende Erhöhungen für 2011.

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Bei jedem Immobilien- oder Grundstückskauf fallen so genannte Kaufnebenkosten an. Dazu zählen Notarkosten, Gebühren für das Grundbuchamt, Grunderwerbsteuer sowie eventuelle Maklerprovisionen. Während die Kosten für Notar und Grundbuchamt einheitlich geregelt sind, unterscheidet sich die Höhe der Grunderwerbsteuer und der Maklerprovision je nach Bundesland.

Kaufnebenkosten: Berlin deutlich teuerer als Bayern

Spitzenreiter bei Steuersatz und Vermittlungsprovision ist laut Interhyp derzeit Berlin mit 4,5 Prozent Grunderwerbsteuer und einer Maklergebühr von bis zu 7,14 Prozent. Deutlich günstiger seien die Kaufnebenkosten im Süden des Landes: Bayern erhebe eine Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent, die ortsübliche Maklerprovision liege inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer bei 3,57 Prozent. Konkret bedeute das: Während zum Beispiel beim Kauf einer 250.000 Euro teuren Immobilie im Raum München Erwerbsnebenkosten von 21.425 Euro anfallen, seien es bei einer vergleichbaren Immobilie in Berlin schon 32.850 Euro.

Der Kostenunterschied zwischen Bayern und Berlin beträgt somit rund 50 Prozent. “Mit diesen Verteuerungen setzen die Bundesländer ein völlig falsches Signal”, meint dazu Interhyp-Vorstand Robert Haselsteiner. Besonders Familien werde es damit noch schwieriger gemacht, sich ihren Wunsch nach privatem Wohneigentum zu erfüllen und damit vernünftige Altersvorsorge zu betreiben.

Quelle: Interhyp
(ENDE) finanzwertig.de/06.10.2010

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Ein Kommentar
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  1. Naja, wenn man dann noch 5 Prozent Provision bezahlt, fallen die Kosten gar nicht mehr so sehr ins Gewicht. Abgesehen davon dürfte eine Immobilie in Berlin günstiger als in München sein. Folglich sollte der absolute Betrag dann ebenfalls weniger deutlich auffallen.

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