Beim Kaufpreis auf richtiges Limit achten

Immobilienkauf: Transaktionskosten vorab richtig kalkulieren

Kategorien: Bauen & Wohnen, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , ,

Der Immobilienmarkt boomt. Die Nachfrage nach Häusern, Wohnungen und Grundstücken ist ungebrochen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Verschuldungskrise im Euro-Raum. Statt für oft schwer verständliche Finanzprodukte entscheiden sich viele Deutsche bei der Vermögensplanung lieber für den Kauf einer inflationssicheren Immobilie. Doch damit diese nicht zur Kostenfalle wird, sollte man sich schon vor Suchbeginn über die Transaktions- und Nebenkosten eines Immobilienkaufs im Klaren sein.

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Meist beginnt die Suche nach dem Eigenheim voller freudiger Erwartung. Damit es bis zum Einzug ins neue Heim auch so bleibt, sollten sich künftige Hausherren schon früh über die zu erwartenden Kosten informieren. “Viele Interessenten geben bei der Suche einen zu hohen Kaufpreis an”, erklärt Robert Anzenberger, Vorstand der PlanetHome AG. “Sie wissen ungefähr, was sie ausgeben können – und suchen zu diesem Betrag eine Immobilie.” Doch wer so verfahre, gehe ein hohes finanzielles Risiko ein. Denn zum Kaufpreis der Immobilie addierten sich noch Nebenkosten, die bei der Finanzierungsplanung allzu oft vergessen würden.

Steuern und Gebühren nicht unterschätzen

So müssen rund ein bis zwei Prozent des Kaufpreises für Notarkosten und Gebühren für das Grundbuchamt einkalkuliert werden. Bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro sind das zwischen 4.500 und 9.000 Euro. Ein weiterer großer Kostenfaktor ist die Grunderwerbsteuer. Sie beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und fünf Prozent des Kaufpreises. Im oben genannten Beispiel summieren sich die Zusatzkosten dadurch um weitere 15.750 bis 22.500 Euro. Allerdings: “In einigen Sonderfällen wird die Steuer nicht erhoben, zum Beispiel, wenn der Ehepartner des Verkäufers das Objekt erwirbt oder bei einer Schenkung mit Eintragung eines Nießbrauchrechtes”, erläutert Immobilienexperte Anzenberger. Auch bewegliche Sachen wie Einbauküchen seien nicht grunderwerbsteuerpflichtig.

Zu berücksichtigen sind zudem eventuell anfallende Vermittlergebühren. Diese liegen je nach Region im Durchschnitt zwischen drei und sechs Prozent des Netto-Kaufpreises. Ob man sich für die Dienste eines Maklers entscheidet, hängt unter anderem von den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten ab. So können professionelle Immobilienmakler durch ihre Erfahrung und das spezielle Know-how Mehrkosten verhindern, die weit über der Provision liegen.

Neubau oder Bestandsobjekt?

Je nachdem, ob man neu baut oder eine Bestandsimmobilie erwirbt, muss man weitere Ausgaben einplanen. “Bestand ist in der Regel günstiger als Neubau. Wer ein etwas älteres Objekt kauft, sollte aber eventuelle Umbau- oder Renovierungsmaßnahmen bedenken”, rät Anzenberger. Hier sei die Beauftragung eines Sachverständigen sinnvoll. Er könne versteckte Mängel im Bestand besser ausfindig machen als der Laie. Das minimiere das Risiko versteckter Kosten.

Beim Neubau können so einige Nebenkosten die Freude am Kauf trüben, vor allem bei Häusern. Je nachdem, ob man mit einem Architekten, über einen Generalunternehmer oder ein Fertighaus baut, können die Ausgaben ganz unterschiedlich sein. “Von vornherein 80.000 bis 100.000 Euro an Mehrausgaben einzukalkulieren, ist nicht übertrieben”, meint Immobilienfachmann Anzenberger. So bieten Fertighaushersteller und Bauträger in der Regel nur Standardausführungen ihrer Häuser an. Wer davon abweichen will, muss mit zum Teil erheblichen Mehrkosten rechnen – und das nicht nur bei größeren Veränderungen am Grundriss, sondern oft auch schon für kleinere Änderungen bei der Sanitärausstattung oder das Anbringen zusätzlicher Steckdosen.

Vor dem Immobilienkauf steht die ausführliche Kostenplanung

Bevor man sich zum Kauf eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung entschließt, sollte man sich so ausführlich wie möglich über die zu erwartenden Zusatzausgaben informieren und diese in einer Kostentabelle festhalten. Das kostet zwar viel Zeit und vielleicht auch Nerven, kann aber viel Geld sparen. Wer mit der Immobiliensuche beginnt, sollte beim Kaufpreis immer einige Zehntausend Euro unter seinem Limit bleiben, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu gelangen.

Mit Quellen von: PlanetHome AG
(ENDE) finanzwertig.de/03.11.2011

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