Geld-Geschenke vom Staat

Jahresendspurt 2010: Last-Minute-Tipps zum Steuern sparen

Kategorien: Finanz-Infos, Steuern, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , , , , , ,

Kalender: Stichtag 31. Dezember Der Jahreswechsel gilt als wichtiger Stichtag im Steuerrecht oder auch bei der privaten Altersvorsorge. Spätestens wenn Weihnachtsmärkte mit Glühwein und Lebkuchen locken, sollten vorausschauende Verbraucher prüfen, ob sie für das zurückliegende Jahr auch alle Vergünstigungen ausgenutzt haben. Wer jetzt noch Arbeitsmittel kauft, einen Handwerker beauftragt, für gemeinnützige Zwecke spendet oder seine Altersvorsorge optimiert, kann ein paar hundert Euro sparen.

Vorgezogene Ausgaben prüfen

Wer noch rechtzeitig zum Jahresende seine Steuerlast drücken will, sollte unter anderem die Möglichkeit vorgezogener Ausgaben prüfen: Ob der Kauf von teueren Fachbüchern, die Anmeldung und Zahlung einer Weiterbildungsmaßnahme oder Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer – wer ohnehin geplante Anschaffungen noch dieses Jahr realisiert kann mit den Kosten seine Steuerlast mindern. Das lohnt sich beispielsweise, wenn Steuerzahler 2010 ein überhohes Maß an bezahlten Überstunden geleistet haben oder 2011 mit Lohnreduzierung oder Arbeitslosigkeit rechnen müssen.

Wichtig dabei: Der Fiskus erkennt pauschal einen Betrag von 920 Euro als Werbungskosten an. Vorgezogene Ausgaben lohnen also nur, wenn Steuerpflichtige mit Fahrtkosten sowie den Kosten für Arbeitsmittel oder das Heimbüro über diesen Pauschbetrag kommen. Dabei sind im Übrigen auch nur Aufwendungen bis 410 Euro (ohne Mehrwertsteuer) je Produkt noch komplett in diesem Jahr als Werbungskosten abziehbar. Höhere Ausgaben müssen über die annehmbare Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden. Bei Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer (Home Office) akzeptiert der Fiskus zudem nur Kosten bis zu einer Höhe von 1.250 Euro.

Handwerkerkosten

Eine weitere Möglichkeit ist es, notwendige Reparaturen an der Waschmaschine, in der Wohnung oder am Haus jetzt noch durchführen zu lassen und bis Ende Dezember zu bezahlen (bzw. zumindest eine Vorauszahlung dafür zu leisten). Denn: maximal 6.000 Euro kann jeder Steuerzahler im Jahr für Handwerkerkosten geltend machen, bis zu 1.200 Euro können dann von der Einkommenssteuer abgezogen werden.

Wichtig dabei: Der Steuervorteil gilt nur für den Lohn- und Fahrtkostenanteil – Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Zudem muss die Rechnung bargeldlos beglichen werden. Größere Rechnungen lassen sich eventuell nach Rücksprache mit dem Handwerker auf dieses und das kommende Jahr aufteilen.

Spenden und Mitgliedsbeiträge

Auch Spenden und Mitgliedsbeiträge sind gut geeignet, um das zu versteuernde Einkommen noch auf die Schnelle zu drücken. Bei Spenden erkennt der Fiskus jedoch nur Zuwendungen für gemeinnützige Zwecke an, etwa zur Förderung von Kirche, Kultur, Naturschutz, Erziehung, Entwicklungshilfe, Verbraucherschutz und Wissenschaft. Mitgliedsbeiträge und Spenden an Parteien sind ebenfalls als Sonderausgaben abzugsfähig, Beiträge an Sport- oder Kleingartenvereine im Regelfall jedoch nicht.

Generell gilt: Spenden werden bis zu 20 Prozent der Gesamteinkünfte eines Steuerpflichtigen als Sonderausgaben anerkannt. Wer mehr als 200 Euro spendet, muss dies mit entsprechenden Zuwendungsbescheinigungen gegenüber dem Fiskus belegen.

Krankheitskosten bündeln

Krankheitskosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden. Dazu zählen etwa der Eigenanteil für Brille und Zahnersatz, die Fahrtkosten für Besuche von Angehörigen im Krankenhaus oder die Medikamentenzuzahlungen. Der Fiskus akzeptiert aber auch Aufwendungen für Heilkuren, wenn im Vorfeld ein ärztlicher Attest oder eine Bescheinigung der Versicherung vorlag.

Wichtig: Die Kosten müssen einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen, dessen Höhe sich je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl berechnet. Bei einem Ehepaar ohne Kinder und einem gemeinschaftlichen Einkommen von bis zu 51.130 Euro beträgt der Eigenanteil beispielsweise fünf Prozent des Einkommens. Hier kann es sinnvoll sein, die Rechnungen für Krankheitskosten noch dieses oder erst im nächsten Jahr zu bündeln.

Freistellungsaufträge rechtzeitig überprüfen

Wer Konten bei mehreren Banken besitzt, sollten vor dem anstehenden Jahreswechsel seine Freistellungsaufträge überprüfen: Sind die Beträge auf Konten und Depots noch optimal aufgeteilt? Womöglich ist bei einem Auftrag inzwischen viel Luft, ein anderer hingegen zu knapp bemessen. Dann kann eine neue Aufteilung sinnvoll sein. Dabei ist zu beachten, dass alle erteilten Freistellungsaufträge zusammen den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (bzw. 1.602 Euro bei Verheirateten) nicht überschreiten dürfen. Denn nur bis zu dieser Höhe sind Kapitalerträge für jeden steuerfrei.

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Jetzt noch Riester-Rente abschließen

Wer noch keinen Riester-Vertrag abgeschlossen hat – aber mit dem Gedanken spielt – kann sich auch kurzfristig noch die staatliche Förderung für das ganze Jahr sichern. Als Lohn für die eigene Vorsorge gibt es staatliche Zuschüsse von maximal 154 Euro pro Jahr. Zudem gibt es je Kindergeld-berechtigtes Kind jährlich weitere 185 Euro (für ab 2008 geborene Kinder sogar 300 Euro). Für Steuerzahler, die das 25. Lebensjahr noch nicht bzw. erst im laufenden Jahr vollendet haben, erhöht sich zudem die Riester-Grundzulage einmalig um einen Betrag von 200 Euro (Berufseinsteigerbonus).

Für die volle Förderung müssen Riester-Sparer dabei mindestens vier Prozent ihres vorherigen Jahresbruttogehalts einzahlen. Wer im Vorjahr noch kein Einkommen hatte, muss eine Mindestsumme von 60 Euro im Jahr ansparen.

Rürup-Rente: Steuerabzug durch Einmalzahlung

Für Selbstständige und Freiberufler mit hoher Steuerbelastung kann es sich lohnen, rechtzeitig vor Jahresende noch einen Vertrag für eine Rürup-Rente abzuschließen und darauf eine Einmalzahlung zu leisten. Denn für ihre Altersvorsorge werden vom Fiskus bis zu 20.000 Euro pro Jahr anerkannt – in voller Höhe allerdings erst ab 2025. Für 2010 können lediglich 70 Prozent der Einzahlungen, maximal also 14.000 Euro, geltend gemacht werden.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Verdienen volljährige Kinder während der Berufsausbildung oder des Studiums mehr als 8.004 Euro im Jahr, verlieren Eltern den Anspruch auf Kindergeld und alle daran hängenden Vergünstigungen. Liegt das Einkommen des Sprösslings auch nach Abzug seiner Werbungskosten (Arbeitsweg, Fachliteratur, Arbeitsmittel) und der Sozialversicherungsbeiträge über der Grenze, sollte geprüft werden, ob der Verdienst mit weiteren absetzbaren Anschaffungen kurzfristig noch stärker zu drücken ist.

Resturlaub oder Geld statt Freizeit

Das Jahresende ist schon in Sicht und so mancher verfügt noch über Resturlaub. Können die freien Tage dieses Jahr nicht mehr genommen werden, verfallen sie prinzipiell mit dem 31. Dezember – sofern es in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung nicht ausdrücklich anderes geregelt ist. In solchen Fällen wird der Urlaub etwa bei Krankheit, einem Übermaß an Arbeit oder Urlaubssperre im Regelfall automatisch auf die ersten drei Kalendermonate des Folgejahres übertragen. Um Streitigkeiten vorzubeugen, raten Experten jedoch, eine Übertragung des Urlaubs schriftlich mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren.

Manch einem wäre – zumal in Zeiten knapper Kassen – ein Finanzausgleich lieber als Freizeit. Das ist jedoch nur begrenzt möglich: Denn den im Gesetz geregelten Mindesturlaub von 24 Tagen darf der Arbeitgeber prinzipiell nicht auszahlen – mit einer einzigen Ausnahme: Der Arbeitnehmer scheidet aus der Firma aus und hat noch Anspruch auf Urlaubstage. Diese dürfen dann vergütet werden.

(ENDE) finanzwertig.de/13.12.2010

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