Basiswissen Kredite

Kreditumschuldung & Anschlussfinanzierung

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Drückende Kreditlasten können durch die Aufnahme eines weiteren Kredites gesenkt werden. Was auf den ersten Blick paradox klingt, kann in der Praxis durchaus Sinn machen – nämlich, wenn der neue Kredit mit niedrigen Zinsen zur Ablösung von teuren alten Krediten dient. Wann sich eine solche Kreditumschuldung lohnt und welche Details dabei zu beachten sind, lesen Sie hier.

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Im Zug einer Kreditumschuldung wird ein bestehender Kreditvertrag durch eine neu abgeschlossene Finanzierung abgelöst. Ein solcher Schritt bietet sich vor allem an, wenn die marktüblichen Zinsen seit Abschluss des alten Kredites deutlich gesunken sind. Im Ergebnis einer Umschuldung können Kreditnehmer entweder ihre monatlichen Rückzahlungsraten reduzieren oder – bei gleich bleibenden Raten – durch einen höheren Tilgungsanteil den Kredit schneller abbezahlen.

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Kreditumschuldung zur Nutzung günstigerer Zinsen

Eine Kreditumschuldung macht in den meisten Fällen nur Sinn, wenn der neue Zinssatz niedriger ist als der für den aktuellen Kredit. Darüber hinaus sind hierbei aber auch die Bearbeitungsgebühren sowie die etwaigen Kosten für die vorzeitige Ablösung des alten Kredites zu beachten. Gerade bei Ratenkrediten berechnen Banken vielfach eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung, mit welcher sie sich zumindest teilweise für die durch Kündigung entgangenen Zinsen entschädigen wollen. Die Kosten für einen solchen Freikauf sind individuell unterschiedlich und lassen sich durch Nachfrage bei der Bank in Erfahrung bringen.

Aber aufgepasst: Wurde ein Kredit mit einer Grundbucheintragung abgesichert, sind bei einer Nutzenrechnung über Vor- und Nachteile einer Umschuldung auch die Kosten für eine Grundschuldanpassung zu berücksichtigen. Die Kosten hierfür betragen beispielsweise bei einer Restschuld von 150.000 Euro ungefähr 300 Euro für eine einfache Abtretung bzw. rund 1.000 Euro für eine Löschung und Neueintragung.

Besonders deutlich werden die Einsparungen durch eine Umschuldung dagegen bei einem Dispositionskredit. Für solche Überziehungskredit beim eigenen Girokonto fallen hohe Zinsen von teilweise 15 Prozent und mehr an. Gerade wenn der Dispo über einen längeren Zeitraum (Faustregel: mehr als drei Monate) in Anspruch genommen wird, ist eine Umschuldung in einen Ratenkredit mit deutlich niedrigeren Zinsen ratsam. Das gilt umso mehr, als dass Banken bei der Umschuldung eines Dispokredites keine zusätzlichen Ablösegebühren in Rechnung stellen.

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Sonderfall: Umschuldung als Anschlussfinanzierung

Gerade bei besonders hohen Kreditsummen, wie sie unter anderem bei der Baufinanzierung anfallen, wird der Zinssatz im Kreditvertrag meist nur für eine bestimmte Zeitspanne festgeschrieben (Zinsbindung). Nach Ablauf dieser Frist wird der Zinssatz für die noch offene Restschuld neu an die jeweiligen Marktbedingungen angepasst. Dabei sollten sich die geringere Restschuld und das damit gesunkene Ausfallrisiko für die Bank sowie die bislang bewiesene Zahlungsmoral in einem deutlichen Konditionsvorteil niederschlagen.

Ist der Kreditnehmer mit den neuen Zinsbedingungen des alten Kreditgebers nicht einverstanden, kann er die offene Kreditsumme über einen neuen Kreditanbieter umschulden. Um nicht aus Zeitnot das erstbeste Verlängerungsangebot des bisherigen Kreditgebers akzeptieren zu müssen, sollten Kreditnehmer mindestens sechs Wochen vor Ablauf der Zinsbindung Angebote für die Anschlussfinanzierung einholen. Neben den Unterschieden beim Effektivzins sollten dabei auch die Bearbeitungsgebühren sowie die Kosten für eine etwaige Grundschuldübertragung berücksichtigt werden.

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Forward Darlehen

Läuft beispielsweise bei einem Immobilienkredit die Zinsbindung erst in einigen Jahren aus, können sich Kreditnehmer trotzdem schon vorab ein günstiges Zinsniveau sichern. Die Lösung hierfür heißt Forward Darlehen. Dabei wird der aktuelle Zinssatz für eine spätere Anschlussfinanzierung festgeschrieben. Im Gegenzug für die Zinssicherung schlagen die Banken in der Regel für jedes Jahr Vorlaufzeit rund einen Zehntelprozentpunkt auf den Zinssatz auf. Ob sich ein Forward Darlehen am Ende tatsächlich lohnt, hängt jedoch von der weiteren Entwicklung ab. Letztlich ist ein solches Darlehen nur eine Spekulation auf die künftige Zinsentwicklung.

(ENDE) finanzwertig.de/12.03.2012

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