Missbrauch beim Plastikgeld

Kreditkarten-Betrug: Die Tricks der Betrüger

Kategorien: Banken, Konten & Kredite, Im Fokus 2, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , , , ,

Missbrauch bei Geld- und Kreditkarten Vorsicht, Kartenbetrug: Mittlerweile hat mehr als jeder zweite Bundesbürger eine Scheck- oder Kreditkarte in seinem Portmonee. Doch das einfache Bezahlen mit der Plastikkarte birgt Gefahren: Die Missbrauchsfälle steigen drastisch an – bundesweit werden jedes Jahr über 10.000 Bundesbürger Opfer eines Scheck-, EC- oder Kreditkartenbetruges. Der Schaden hierfür beläuft sich allein in Deutschland auf rund 40 Millionen Euro im Jahr, europaweit sind es über 500 Millionen Euro. Doch wie genau funktionieren die Maschen der Kartengauner und wie können sich Verbraucher davor schützen?

Skimming per Kartenkopie

Als besonders beliebt bei den Kartenbetrügern gilt das so genannte Skimming (engl.: to skim = abschöpfen). Dank moderner Technik ist es für Verbrecher ein Leichtes, mit speziellen Lesegeräten die Magnetstreifen von Kreditkarten zu kopieren – beispielsweise mittels kleiner Aufsätze an Geldautomaten und Banktüröffnern oder auch bei der Bezahlung in einem Restaurant, wenn der Karteninhaber dem vermeintlich vertrauenswürdigen Kellner kurz die Kreditkarte überlässt. Die hierzu notwendige Technik lässt sich bereits für wenig Geld in jedem gut sortierten Elektronikladen frei erwerben.

Die so erbeuteten Daten werden auf Kartenrohlinge (so genannte “White Plastic”) übertragen. Dadurch erhalten Betrüger ohne viel Aufwand und ohne große Kosten perfekte Karten-Duplikate, mit denen sie dann meist im Ausland Geld abheben oder Einkäufe bezahlen. Da kaum ein Karteninhaber den Diebstahl seiner Kreditkarten-Daten bemerkt, erkennen die meisten Betroffenen erst einige Tage oder auch Wochen später auf dem Kontoauszug, dass sie Opfer eines Kartenbetrugs geworden sind.

Alte Technik erleichtert Kartenbetrug

Die Bankinstitute und Kreditkartenunternehmen sind an den Missbrauchsfällen nicht ganz unschuldig: Allen bekannten Betrugsmöglichkeiten zum Trotz setzen sie vielfach weiter auf die veraltete Magnetkartentechnologie. Diese wurde bereits vor mehr als 40 Jahren von IBM als Zugangsregelung für den US-Geheimdienst CIA entwickelt und bald darauf von den Banken für Kredit- und Scheckkarten übernommen. An dem Verfahren hat sich seither wenig verändert. Dabei könnte der Kartenmissbrauch auf einfache Weise zumindest stark eingedämmt werden, beispielsweise durch Karten mit einem implementierten Chip. Auf diesem werden mehr Daten verarbeitet als es mit herkömmlichen Magnetstreifen möglich ist, was das Auslesen und Kopieren deutlich erschwert.

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Weitere Maschen der Kreditkarten-Betrüger

Neben dem Kopieren der elektronischen Magnetspurdaten einer Zahlungskarte warnt die Polizei vor einer Reihe weiterer Methoden, mit denen Betrüger in den Besitz von Kreditkarten-Informationen kommen wollen. Dazu zählen unter anderem folgende Aktivitäten:

  • Rechnungsbelege aus dem Müll

    Tatsächlich müssen Betrüger die Kreditkarten ihrer Opfer noch nicht einmal in ihre Hände bekommen. Schon mit dem Namen und der Kreditkartennummer können sie beispielsweise auf fremde Rechnung im Internet shoppen. Viele Kartenbesitzer machen es ihnen dabei leicht: Denn diese wichtigen Daten stehen auch auf den Durchschlägen von Rechnungsbelegen, die viele Bankkunden noch am Einkaufsort in den Müll werfen – sehr zur Freude der danach suchenden Betrüger. Die Polizei warnt daher davor, entsprechende Belege unachtsam und für Dritte leicht zugänglich wegzuwerfen.

  • Vertauschen der Kreditkarte

    Der wohl simpelste Trick der Karten-Gauner: Während des Bezahlens wird die Kreditkarte ausgetauscht und dem Kunden einfach eine Falsche zurückgeben. Bis dieser den Austausch bemerkt, haben die Betrüger Zeit, das Konto des Opfers zu plündern. Kontrollieren Sie also immer, ob Sie auch wirklich Ihre Karten zurückbekommen haben.

  • Anrufe durch angebliche Bankmitarbeiter

    Unter dem Vorwand, ungewöhnliche Umsätze auf dem Konto des betreffenden Kunden beobachtet zu haben, treten Betrüger telefonisch – teilweise aber auch per Mail oder auf dem Postweg – an die Kunden heran. Sie geben sich als Mitarbeiter einer Bank oder Kreditkartenorganisationen aus, nennen dem Kunden erst seine korrekte Kartennummer und erfragen dann zur Bestätigung die Geheimzahl (PIN) oder die Kartenprüfnummer.

    In diesem Zusammenhang weisen die Banken immer wieder nachdrücklich darauf hin, dass niemand – also auch keine Bank oder Kartenorganisation – berechtigt sei, Kartenprüfnummer oder Geheimzahl vom Kunden abzufragen. Gleiches gilt übrigens auch für die zunehmenden Spam-Mails, die in immer besserem Deutsch versuchen, mittels Phishing-Methoden an sensible Kontoinformationen zu kommen.

Allgemeine Tipps für die Kartennutzung

Für den sicheren Umgang mit Zahlungs- und Kreditkarten raten Banken und Polizei, einige einfache Verhaltensregeln zu berücksichtigen. Wie bereits erwähnt, sollten Sie Kartenbelege nach dem Bezahlen nicht unachtsam wegwerfen. Besser heben Sie diese zur Kontrolle der Kartenabrechnung bzw. der Umsätze auf dem Girokonto auf. Beim Bezahlen selbst sollten Sie Ihre Karte möglichst nicht unbeaufsichtigt an Dritte geben.

Unterschreiben Sie zudem nie einen Blanko-Kartenbeleg, d.h. ohne Angaben einer konkreten Rechnungssumme. Überlassen Sie Ihre Karte oder die PIN auch niemals Dritten und bewahren Sie beide stets getrennt auf. Dazu zählt auch, die Karte nicht als Sicherheit (beispielsweise als Schlüsselpfand im Fitnessstudio) zu hinterlegen.

Einkäufe im Internet

Vergewissern Sie sich bei Shopping-Touren im Internet immer, dass die Eingabe und Übermittlung der Kreditkarten-Daten über eine verschlüsselte Verbindung erfolgt, erkennbar durch den Beginn der Browserzeile mit “https://”. Diese können von Dritten deutlich schwieriger abgefangen und mitgelesen werden als bei normalen “http”-Verbindungen. Achten Sie zudem auf Warnungen Ihres Browsers bezüglich abgelaufener Server-Zertifikate und geben Sie im Internet nie Ihre PIN bekannt. Sie dient ausschließlich der Bargeldabhebung am Geldautomaten.

Verhalten im Schadensfall

Entdecken Sie bei der Kontrolle Ihrer Kartenabrechnung einen oder mehrere Buchungsposten, die Sie nicht veranlasst haben, verständigen Sie umgehend Ihrer Kreditkartenfirma und lassen Sie die Karte sperren. Kontrollieren Sie die Belege daher regelmäßig vor Ablauf der Einspruchsfrist von normalerweise vier Wochen. Haben Sie die Unregelmäßigkeit gemeldet, wird die Bank der Sache nachgehen. Denn bei Kreditkarten müssen glücklicherweise nicht Sie Ihre Unschuld belegen, sondern das Kreditkarteninstitut muss Ihnen den Einkauf zweifelsfrei nachweisen.

Bei Verdacht auf eine vorliegende Straftat sollten Sie zudem immer umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Teilen Sie das dabei erhaltene Aktenzeichen ihrer Bank bzw. Ihrem Kreditkarteninstitut mit.

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Verhalten bei Kartenverlust

Der Verlust einer Kredit- oder Zahlungskarte ist immer Grund zur Sorge. Ohne zugehörige PIN kann damit zwar niemand am Bankautomaten Geld abheben, kostspielige Einkäufe mit gefälschter Unterschrift sind aber durchaus möglich. Allzu oft hat sich gezeigt, dass Unterschriften im Handel kaum geprüft werden. Wichtig daher: Lassen Sie Ihre Karte sofort sperren, entweder direkt beim Kreditinstitut oder über die bundesweit gebührenfreie Zentral-Rufnummer “116 116″.

Grobe Fahrlässigkeit

Wird das Abhandenkommen der Karte nicht sofort bei der Bank oder der zentralen Sperrenannahmestelle gemeldet, riskieren Sie den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit. Im schlimmsten Fall kann sich das Kreditkartenunternehmen dann sogar weigern, Ihnen den Schaden zu ersetzen. Grobe Fahrlässigkeit Ihrerseits liegt auch vor, wenn Sie die PIN – selbst in verschlüsselter Form – auf der Karte vermerken oder am gleichen Ort (z.B. im Portemonnaie) aufbewahren und wenn Sie Ihre Karte unbeaufsichtigt im Auto, am Arbeitsplatz oder in einer frei zugänglichen Garderobe zurücklassen.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter anderem bei der Online-Beratung der Polizei:



Bild: Ge.Ko2
(ENDE) finanzwertig.de/20.12.2010

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Ein Kommentar
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  1. Ja ich kenne auch einige, die schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, was die Kreditkarte angeht. Klar es gibt immer Leute die wissen wie es geht, doch oft führt auch eine kleine Fahrlässigkeit dazu, dass man betrogen wird.

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