Aktuelles auf einen Blick

Linkwertig (9.8.2010): Europa-Steuer, Rente ab 67, Pleite-Promis, Urheberrecht

Kategorien: Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , , , , , ,

Aktuelle Finanz- und Wirtschaftsthemen übersichtlich zusammengefasst – heute: neue Vorschläge für Europa-Steuer +++ Streit über Hartz-IV-(Bildungs-)Gutscheine +++ SPD hadert mit Rente ab 67 +++ Pleite-Promis +++ 109. Bankenpleite in den USA +++ Beförderte ein fehlendes Urheberrecht den industriellen Aufstieg Deutschlands?

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EU-Kommissar fordert Europa-Steuer

Mal wieder liegt der Vorschlag auf dem Tisch, eigene Steuereinnahmen für die EU zu schaffen. Vorreiter ist diesmal der EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski. Er will den Mitgliedstaaten im September mehrere Steuer-Optionen vorschlagen, deren Erlös direkt in den EU-Haushalt fließen soll. Im Gespräch sind derzeit offenbar eine Luftverkehrsabgabe, die von Deutschland und Frankreich geforderte Finanzmarkt-Transaktionssteuer sowie die Überweisung der Einnahmen aus der geplanten Versteigerung von CO2-Emissionsrechten an die EU.

EU-Haushalt: Brüssel plant Europasteuer (Financial Times Deutschland)
Brisanter Vorschlag aus Brüssel: EU-Kommissar fordert Europa-Steuer (Spiegel Online)
EU-Kommission plant Europa-Steuer (FAZ.net)

(Bislang müssen die Mitgliedsstaaten einen festen Prozentsatz ihrer Mehrwertsteuer und ihres Bruttonationaleinkommens nach Brüssel weiterreichen. Zudem stehen der EU traditionell die Zolleinnahmen zu. Deutschland überweist dabei für 2010 rund 21 Milliarden Euro an die EU.)

Hartz IV: Parteien streiten über (Bildungs-)Gutscheine für Kinder

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze insbesondere für Kinder gibt es in der Union weiter Streit über deren weitere finanzielle Förderung. Dabei stellt sich die CSU klar gegen die von Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) angeregten Bildungsgutscheine für Kinder. Diese seien “ein kollektives Misstrauensvotum gegen Langzeitarbeitslose und wirken diskriminierend”, sagte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) gegenüber der “Berliner Zeitung”.

Derweil fordert die SPD weiter höhere Hartz-IV-Zahlungen für Kinder. “Ich glaube, dass man im Bereich der Kinder kaum an einer Erhöhung vorbeikommt,” meinte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier im Deutschlandfunk.

CSU lehnt Gutscheine für Hartz-IV-Empfänger ab (tagesschau.de)
Union streitet über Gutscheine für Hartz-IV-Kinder (ftd.de)
Debatte um Hartz IV: Kirchen fürchten Ausgrenzung von Kindern (BR Online)
Wirtschaftsweise lehnen höhere Hartz-IV-Sätze ab (Reuters)

Industrieller Aufstieg wegen fehlendem Urheberrecht?

War ein fehlendes Urheberrecht dafür (mit-)verantwortlich, dass das Deutsche Reich im 19. Jahrhundert einen so eindrucksvollen industriellen Aufstieg erlebte? Mit dieser Analyse zur Explosion des deutschen Wissens sorgt derzeit der Münchner Wirtschaftshistoriker Eckhard Höffner für Aufsehen. Allein im Jahr 1843 seien rund 14.000 neue Publikationen erschienen – verglichen mit der damaligen Bevölkerungszahl entspreche das fast schon heutigem Niveau. Gedruckt worden seien neben Romanen vor allem auch wissenschaftliche Fachaufsätze.

Geschichte: Explosion des Wissens (Spiegel Online)
Land der Dichter und Denker nur mangels Urheberrecht? (netzpolitik.org)

SPD hadert mit Rente ab 67

In der SPD mehren sich die Stimmen gegen die Rente mit 67 Jahren – obwohl die Partei diese Regelung in der großen Koalition noch selbst mit eingeführt hat. “Solange es nicht gelingt, den Anteil derjenigen zu erhöhen, die zwischen 60 und 64 Jahren arbeiten, kann die Rente mit 67 nicht eingeführt werden”, sagte der Parteivorsitzende Siegmar Gabriel am Sonntag in der ARD. Die Regelung sei sonst nichts anderes als eine Rentenkürzung. Stattdessen forderte Gabriel vielmehr arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, damit die Menschen wirklich länger arbeiten können.

Frank-Walter Steinmeier, Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, hält dagegen weiter an der Rentenreform fest. Entscheidend sei, dass die Menschen in den fünfziger Jahren acht Jahre lang Rente bezogen hätten, es heute aber durchschnittlich 18 Jahre seien, argumentierte er im “Deutschlandfunk”. Auch wenn die Rente mit 67 “nicht überall Gefallen gefunden” habe, führe kein Weg daran vorbei, über das 65. Lebensjahr hinaus zu arbeiten.

Rentenreform: SPD wendet sich von Rente mit 67 ab (FAZ.net)

Bankensterben: 2010 schon über 100 US-Banken geschlossen

In den USA wurde am vergangenen Freitag mit der Ravenswood Bank of Chicago bereits die 109. Bank in diesem Jahr geschlossen. Im vergangenen Jahr wurde die Marke von mehr als 100 geschlossenen Geldhäusern erst im Oktober erreicht, wie die staatliche Einlagensicherung FDIC mitgeteilt hat. Besonders kleinere Gemeindebanken leiden noch unter den Folgen der Finanzkrise. Marktexperten erwarten für dieses Quartal jedoch den Höhepunkt der Pleitewelle.

Bankensterben: 109. US-Bank im laufenden Jahr geschlossen (Financial Times Deutschland)

Pleite-Promis

Auch Promis – insbesondere aus dem Unterhaltungssektor – haben nicht mehr Ahnung von Kapitalanlagen als Normalverbraucher, meint man in der Redaktion von Spiegel Online. Die wenigsten von ihnen hätten Lust und Zeit, sich mit Geld zu beschäftigen und einen Finanzplan aufzustellen. Meist entschieden sie schnell und hitzköpfig und verstünden häufig nicht den Hintergrund und die Risiken einer Investition. Zudem vertrauten sie immer wieder auf falsche Ratgeber.

Fehler bei der Geldanlage: Warum es so viele Pleite-Promis gibt (Spiegel Online)

Kurz notiert:

Folgen des Sparprogramms: Hunderte Geschäfte in Griechenland pleite (ftd.de)
Undercover-Ökonom Tim Harford: Die Ökonomie von Socken, Sex und Supermarkt (Wirtschafswoche Online)
Psychologie im Supermarkt: Warum wir kaufen, was wir kaufen (FAZ.net)
Neue Carsharing-Angebote: Hersteller wappnen sich gegen Autofrust (Spiegel Online)

Quelle: siehe Links
(ENDE) finanzwertig.de/09.08.2010

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