Aktuelles auf einen Blick

Linkwertig (9.9.2010): Rentenalter, Glücksspiel, Basel III, Fischfang, “Stuttgart 21″

Kategorien: Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , , , , , , ,

Aktuelle Finanz- und Wirtschaftsthemen übersichtlich zusammengefasst – heute: Deutsche gehen immer älter in Rente +++ Regierungsabsprache mit AKW-Betreibern zu Kraftwerkslaufzeiten +++ EuGH kippt deutsches Glücksspiel-Monopol +++ DIW fordert mehr Zuwanderung +++ Verhaltene Lohnentwicklung in Deutschland +++ Endspurt bei Bankenregulierung mit “Basel III” +++ EU will Fischfang neu regeln +++ Millionenkosten für Polizeieinsätze um “Stuttgart 21″ +++ Deutsche Telekom hofft auf Milliardenerlös durch “Intelligente Netzlösungen”

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Deutsche gehen immer älter in Rente

Zwischen 2002 und 2008 ist das faktische Renteneintrittsalter der Deutschen im Schnitt von 62 auf 63 Jahre gestiegen. Das geht aus der Studie “Deutsche Alterssurvey” hervor, die das Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben hatte. Gleichzeitig steigt demnach die Angst vor dem sozialen Abstieg im Alter. Fast jeder Dritte habe Angst vor einem deutlich sinkenden Lebensstandard. Zudem werde auch die Pflege der Senioren wegen fehlenden Nachwuchses und einer häufig großen geografischen Entfernung zu den erwachsenen Kindern immer problematischer.

“Altern im Wandel” – Zentrale Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys (Studie im .pdf-Format)
Altersstudie: Deutsche gehen später in Rente (FAZ)
Deutsche gehen später in Rente (Wirtschaft Regional)

Atomkompromiss: Absprache mit AKW-Betreibern

Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke (AKW) wird für die Energiekonzerne offenbar teurer als anfänglich bekannt. Laut einem bislang unter Verschluss gehaltenen Abkommen sichern die AKW-Betreiber dem Staat im Fall steigender Strompreise höhere Ausgleichszahlungen zu. Zudem soll auch eine Inflationsanpassung vorgesehen sein. Unklar ist bislang noch, warum die schwarz-gelbe Regierungskoalition diese Zusatzvereinbarung nicht schon bei der Bekanntgabe des Atomkompromisses öffentlich gemacht hat. Da stellt sich die Frage, ob es womöglich noch weitere Geheimabsprachen gibt…

Energiekompromiss: Der Geheimvertrag mit den Konzernen (ftd.de)
Absprache mit AKW-Betreibern: Geheimer Atompakt bringt dem Bund Mehreinnahmen (Spiegel Online)

EuGH kippt deutsches Glücksspiel-Monopol

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat das staatliche Monopol für Glücksspiel und Sportwetten in Deutschland für ungültig erklärt. Zwar dürfe ein Staat Glücksspiel-Dienstleistungen gesetzlich reglementieren – allerdings nur, wenn damit die Spielsucht wirksam bekämpft werde, begründeten die Richter ihre Entscheidung. In Deutschland stehe einer konsequenten Suchtprävention aber die starke Glücksspiel-Bewerbung der staatlichen Anbieter entgegen. Problematisch sei zudem, dass das Monopol in Deutschland beispielsweise nicht für Spielautomaten gelte, von denen eine höhere Spielsuchtgefahr ausgehe.

Die Bundesländer wollen das staatliche Glücksspiel-Monopol nun mit einem neuen Staatsvertrag retten, der den Auflagen des EuGH gerecht werden soll.

EU kippt Glücksspielmonopol: Deutschlands Zocker dürfen jubeln (stern.de)
Nach EuGH-Urteil: Länder wollen Glücksspielmonopol retten (ZEIT Online)

Integrationsdebatte: DIW fordert mehr Zuwanderung

Angesichts der Überalterung der Gesellschaft braucht Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) eine deutlich offensivere Einwanderungspolitik. Die Volkswirtschaft benötige “dringend Arbeitskräfte und Zuwanderer aus dem Ausland”, sagte der DIW-Präsident Klaus Zimmermann dem “Hamburger Abendblatt”. Nötig seien “mindestens netto 500.000 mehr Menschen pro Jahr, um unsere Wirtschaftskraft dauerhaft zu sichern”. Damit liefert das DIW Berlin neuen Stoff für die durch die Äußerungen Thilo Sarrazins angestoßene Integrationsdebatte.

“Wir müssen die Grenzen zur Türkei öffnen” – Interview mit DIW-Präsident Zimmermann (Hamburger Abendblatt)
Streit über Integration: Wirtschaftsforscher fordert 500.000 Zuwanderer pro Jahr (Spiegel Online)

Verhaltene Lohnentwicklung in Deutschland

Die Bruttolöhne deutscher Arbeitnehmer stiegen von Anfang 2000 bis zum ersten Quartal 2010 in der privaten Wirtschaft im Schnitt um 21,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Damit fiel die Lohnentwicklung in Deutschland eher verhalten aus. EU-weit legten die Löhne im gleichen Zeitraum durchschnittlich um 35,5 Prozent zu, in den Euro-Ländern um 29,5 Prozent. Auch bei den Lohnnebenkosten, zu denen die Beiträge zur Sozialversicherung und Altersvorsorge gehören, weise Deutschland den geringsten Anstieg auf. Sie legten laut den Statistikern um 9,3 Prozent zu, im EU-Schnitt bzw. im Euro-Raum dagegen um 38,5 bzw. 32,7 Prozent.

Arbeitskostenindizes für die Privatwirtschaft (Statistisches Bundesamt – vgl. Tabelle am Ende des Artikels)
Gehalt: Deutsche Arbeitgeber sind am geizigsten (Focus Online)

Bankenregulierung: “Basel III” vor Verabschiedung

Am kommenden Wochenende wollen die Chefs der Notenbanken und die nationalen Bankenaufseher in Basel die verschärften Eigenkapital-Richtlinien für die Bankenbranche absegnen. Die ab 2013 geltenden so genannten “Basel III”-Regeln sollen die Stabilität der Banken bei neuen Finanzkrisen erhöhen. Experten erwarten, dass die Beschlüsse bei den Banken in den kommenden zwei Jahren zu einem erheblichen Kapitalbedarf führen werden. Angeblich brauchen allein die zehn größten Banken in Deutschland durch “Basel III” mehr als 100 Milliarden Euro zusätzliches Kapital.

Bankenregulierung: Showdown in Basel (Tagesanzeiger)
Die geplanten Grundzüge von “Basel III” (Wirtschaftsblatt)
Deutsche Banken brauchen wegen Basel III schnell Milliarden (Reuters Deutschland)

Überfischung: EU will Fischfang neu regeln

Bei der Europäischen Union plant man einen neuen Anlauf, um gegen die Überfischung der Meere vorzugehen. Nach dem Willen der EU-Kommissarin für Fischerei, Maria Damanaki, sollen dazu Subventionen gestrichen, Fangquoten verschärft, Kontrollen intensiviert sowie die Hälfte aller Fischkutter stillgelegt werden. Ob Damanaki der große Wurf für eine neue Fischereipolitik gelingt, ist eher fraglich. Zu störrisch zeigen sich bislang die Fischfang-Nationen Spanien, Portugal. Frankreich, Italien und Dänemark.

Fischfangquoten: EU schmiedet Notplan gegen Plünderung der Meere (Spiegel Online)
Fischfang vor Afrikas Küste: Europa kauft die Meere leer (Spiegel Online)
Fischfang und -kauf: Was taugt das MSC-Siegel? (stern.de)

“Stuttgart 21″: Polizeieinsätze kosten bislang drei Millionen Euro

Die Kosten der Polizeieinsätze infolge der anhaltenden Proteste gegen das umstrittene Bahnprojekt “Stuttgart 21″ belaufen sich seit November 2009 auf mittlerweile rund drei Millionen Euro. Die Polizei stoße durch die Belastung an ihre Grenzen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums von Baden-Württemberg. Zwar sei im Südwesten bislang noch alles “im grünen Bereich”. Es sei jedoch möglich, dass unterstützende Einsätze in anderen Bundesländern überdacht werden müssen.

Polizeieinsätze wegen ‘Stuttgart 21′ kosteten drei Millionen Euro (ad-hoc-news)

Deutsche Telekom: Hoffnungsträger “Intelligente Netzlösungen”

Bei der Deutschen Telekom hat man intelligente Stromnetze, vernetzte Fahrzeuge und ein vernetztes Gesundheitswesen als zukünftige Hoffnungsträger ausgemacht. Bis 2015 soll die darauf zielende neue Sparte “Intelligente Netzlösungen” einen Umsatz von einer Milliarde Euro erwirtschaften, gab Konzernchef René Obermann bei der Vorstellung der verantwortlichen Top-Manager vor. Zusammen mit dem Automobilzulieferer Continental arbeite die Telekom bereits an einem Minicomputer für Autos, der Verkehrsinfos, e-Mails oder Filme für die Kinder auf dem Rücksitz aus dem Netz laden soll.

Telekom will mit neuen Geschäften Milliarden umsetzen (Reuters Deutschland)
Deutsche Telekom: 1 Milliarde Euro Umsatz mit intelligenten Netzen (golem.de)
Telekom startet Geschäftsbereich “Intelligente Netzlösungen” (heise online)

Weiterhin kurz notiert:

Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin droht Rauswurf ohne Abfindung (sueddeutsche.de)
Zockerei mit Lebensversicherungen: Fatale Wette auf Leben und Tod (Spiegel Online)
Gaspipelines: Nabucco-Berater Joschka Fischer fordert Putin im Gaspoker heraus (Handelsblatt)
Inflation: deutsche Lebenshaltungskosten ziehen im August nur leicht an (Reuters Deutschland)
Urteil: Deutsche Telekom muss Aktionären von T-Online Zuschlag zur Zwangsabfindung zahlen (RP Online)
Durstige Dienstwagen: Bundestag ignoriert eigene Öko-Vorgaben (Spiegel Online)
Fidel Castro: “Das kubanische System funktioniert nicht mehr” (Handelsblatt)

Quelle: siehe Links
(ENDE) finanzwertig.de/09.09.2010

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Ein Kommentar
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  1. Warum wird erst so spät realisiert, dass die Überfischung ein wirklich dramatisches Problem für unsere Zukunft bedeutet. Ich verstehe das nicht. Wenn das so weitergeht, steuern wir zielgerichtet auf das unheilvolle Jahr 2012 zu :)

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