Aktuelles auf einen Blick

Linkwertig (18.8.2010): Autoabsatz, “Stuttgart 21″, Losglück, Lebensmittelpreise, Peer Steinbrück

Kategorien: Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , , , , , , , ,

Aktuelle Finanz- und Wirtschaftsthemen übersichtlich zusammengefasst – heute:
Schwarzarbeiter bei “Stuttgart 21″ +++ Verbraucherschutzministerin hält steigende Lebensmittelpreise für “kaum seriös zu begründen” +++ Opel GmbH will wieder AG werden +++ Autoabsatz in Europa bricht um knapp ein Fünftel ein +++ Kommunen setzen auf Vergnügungssteuer gegen Spielautomaten +++ Losglück: 99 Euro für eine Luxusvilla +++ Nebentätigkeiten des Abgeordneten Peer Steinbrück

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Aigner: Steigende Lebensmittelpreise “kaum seriös zu begründen

An den Agrarbörsen kennen die Preise für Weizen, Zucker, Kakao, Kaffee und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse derzeit nur den Weg nach oben – unter anderem getrieben vom russischen Exportverbot für Weizen infolge der dort herrschenden Waldbrandkatastrophe. Bei den ersten Lebensmittelproduzenten wird bereits über eine Anhebung ihrer Produktpreise diskutiert. So hatte beispielsweise der Zentralverband des Bäckerhandwerks schon mal “leicht erhöhte Preise” für Brot und Brötchen ab September angekündigt. Doch dagegen bezieht nun Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) Stellung: zum jetzigen Zeitpunkt seien Preiserhöhungen “kaum seriös zu begründen”.

“Bisher wissen wir nur, dass die Preise an den internationalen Agrarbörsen nach oben gehen”, sagte Aigner der “Passauer Neuen Presse”. Das sei aber noch lange kein Grund, heute schon über einen Anstieg der Verbraucherpreise zu spekulieren. Mit Blick auf die steigenden Getreidepreise wies sie darauf hin, dass der Getreideanteil an einer Semmel “gerade vier Prozent” betrage. “Wenn sich bei Weizenpreisen gewisse Verschiebungen ergeben, ist das noch lange keine Rechtfertigung für einen höheren Semmelpreis”, so Aigner weiter.

Teure Agrarprodukte: Aigner wettert gegen hohe Lebensmittelpreise (Spiegel Online)
Lebensmittelpreise: Im Supermarkt wird’s teurer (ZEIT Online)
Lebensmittel: Aldi, Nestlé und Kamps drehen an den Preisen (tagesspiegel.de)

Schwarzarbeiter bei “Stuttgart 21″

Verdeckte Subventionen und mangelnder verkehrlicher Nutzen bei deutlich zu niedrig angesetzte Kosten – das Milliardenprojekt “Stuttgart 21″ zur Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde steht massiv in der Kritik. Und als wäre das nicht schon genug, hat das Hauptzollamt Stuttgart bei einer “verdachtslosen Prüfung” mehrere dringende Verdachtsfälle auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung entdeckt.

Die Quote der bei der Prüfung festgestellten Unregelmäßigkeiten sei hoch, bestätigte ein Behördensprecher gegenüber der Frankfurter Rundschau. Konkret reichen die Vorwürfe von Scheinselbstständigkeit über Leistungsbetrug bei Hartz-IV-Empfängern und Beschäftigung unterhalb des Mindestlohns bis hin zu illegaler Arbeitnehmerüberlassung zwischen zwei Firmen.

Großbaustelle: Illegale bei “Stuttgart 21″ (FR-Online)
“Stuttgart 21″: Schlechter Start fürBahnprojekt (Südwest Presse)

Rolle rückwärts: Opel GmbH will wieder AG werden

Der deutsche Autohersteller Opel will wieder etwas eigenständiger gegenüber dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) werden. Dazu soll noch in den nächsten Tagen der Grundsatzbeschluss zur Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft gefasst werden. Den Mitarbeitern stünden dann deutlich mehr Mitspracherechte zu. GM erfüllt mit diesem Schritt eine der Kernforderungen der Opelaner. Diese hatten in der jüngsten Unternehmenskrise als Gegenzug für ihre Lohnzugeständnisse in Höhe von 265 Millionen Euro im Jahr die Rückumwandlung in eine AG verlangt. (Erst 2005 war die Adam Opel AG nach über 70 Jahren in eine GmbH umgewandelt worden, um GM mehr Entscheidungskompetenzen einzuräumen.)

Umbau zur Aktiengesellschaft: Opel nabelt sich deutlich von GM ab (Handelsblatt)

Autoabsatz stockt wieder

Nach dem Auslaufen zahlreicher staatlicher Förderprogramme ist der Autoabsatz in Europa regelrecht eingebrochen. In den EU-Staaten sowie Island, Norwegen und der Schweiz sanken die Pkw-Neuzulassungen im Juli 2010 (verglichen mit dem Vorjahr) um durchschnittlich 18,1 Prozent. Das berichtet der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA), der gleichzeitig lieber die anhaltende Wachstumsdynamik auf den Märkten außerhalb Europas feiert.

Anhaltende Wachstumsdynamik außerhalb Europas – Pkw-Nachfrage in Westeuropa schwächer (Meldung des VDA)
Stockender Absatz: Autohändler werben vergeblich um Kunden (Spiegel Online)

Vergnügungssteuer gegen Spielsucht

Die Zahl der Geldspielautomaten wächst – zusammen mit der Zahl der Spielsüchtigen. Das, verbunden mit dem einhergehenden Schmudelimage so mancher Spielhallen-Stadtteile, ist so manchen Kommunalverantwortlichen ein Dorn im Auge. Doch solange die Betreiber die gesetzlichen Auflagen wie Jugendschutz und Sanitärbedingungen erfüllen, können die Stadtoberen wenig gegen neue Spielhallen machen. Dagegen setzen zunehmend mehr Kommunen auf die von ihnen individuell festlegbare Vergnügungssteuer. Höhere Steuersätze sollen das Geschäft mit den Automaten unrentabel machen.

Die Spielverderber: Vergnügungssteuer gegen die Sucht (sueddeutsche.de)

Die Nebeneinkünfte des Abgeordneten Steinbrück

Wie wichtig ist dem ehemaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück seine Rolle als Abgeordneter des Deutschen Bundestages? Diese Frage stellt der Blog von abgeordnetenwatch.de. Demnach erweckt Steinbrück nicht den Eindruck, in seiner Funktion als Abgeordneter mit großem Engagement bei der Sache zu sein. Bei sechs von elf wichtigen Bundestagsabstimmungen habe er gefehlt und auch noch nicht eine Parlamentsrede gehalten. Stattdessen spreche er offenbar lieber vor Privatpublikum – gegen entsprechende Bezahlung. Seit der Bundestagswahl 2009 habe Steinbrück 29 Privat-Vorträge gehalten und dafür mindestens 199.500 Euro an Honorar erhalten.

Ein Buch, 29 Vorträge und einige Hunderttausend Euro: Die Nebeneinkünfte des Peer Steinbrück (abgeordnetenwatch.de)
Nebenjob Volksvertreter (Auflistung der von Steinbrück gehaltenen Vorträge bei politblogger.de)

99 Euro für eine Luxusvilla

Mit einem Los hat eine Bayerin eine Luxusvilla in Österreich gewonnen. Gezahlt hatte sie für das Los “nur” 99 Euro. Jetzt kann sie sich über ein 321 Quadratmeter großes Domizil samt Schwimmteich, Wellnessoase und Beachvolleyballplatz freuen. Verlost wurde das Anwesen von dem auf Selbstfindungskurs befindlichen Millionär Karl Rabeder, der sich damit angeblich von seinem letzten großen Besitz getrennt hat. Rabeder, der laut Medienberichten künftig in einer Hütte in den Bergen oder einer Zwei-Zimmer-Wohnung leben will, brachten die Losverkäufe für die Luxusvilla fast 2,2 Millionen Euro ein.

Hausverkauf per Losentscheid: Bayerin gewinnt Luxusvilla für 99 Euro (Spiegel Online)
Benefiz-Lotterie: Bioladen-Betreiberin gewinnt Millionärshaus (ftd.de)

Außerdem kurz notiert:

Inflation in der Euro-Zone: Teure Energie lässt Lebenshaltungskosten steigen (Spiegel Online)
Finanzberatung: 10 Punkte, die Kunden bei der Bankberatung beachten sollten (sueddeutsche.de)
Inserate und Exposés: Geheimsprache der Makler entschlüsselt (ftd.de)
Studiengebühren: Der richtige Kredit spart tausende Euro (WELT Online)
Austauschprogramm: Arabische Gaststudenten lernen in Thüringen deutsches Handwerk und deutsche Tugenden (ftd.de)
Porträt: “Finanztest”-Chef Tenhagen – der Bankenpolizist wütet laut und gnadenlos (FAZ.net)
Gewinne rauf, Kurse runter: Warum Tech-Aktien so billig sind (Spiegel Online)
Zahl der US-Insolvenzen schnellt nach oben: Höchster Stand seit 2005 (Spiegel Online)

Quelle: siehe Links
(ENDE) finanzwertig.de/18.08.2010

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