Aktuelles auf einen Blick

Linkwertig (13.8.2010): Wirtschaftswachstum, Schäuble vs. Sepa, Jack Wolfskin, Ginseng, Erste-Klasse-Tarif

Kategorien: Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , , , , , , ,

Aktuelle Finanz- und Wirtschaftsthemen übersichtlich zusammengefasst – heute: Deutsche Wirtschaft wächst wie seit 1987 nicht mehr +++ Schäuble gegen 22-stellige Sepa-Kontonummern +++ Techniker Krankenkasse streicht Erste-Klasse-Tarif +++ Gehaltsoffenheit auch beim RBB +++ Firmenschließungen trotz Gewinn +++ Ermittlungs-Fragebogen für Steuerhinterzieher der Credit Suisse +++ Jack Wolfskin zu verkaufen +++ Nordkorea: Ginseng zur Schuldentilgung

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Deutsche Wirtschaft wächst rasant

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Quartal um 2,2 Prozent gewachsen – und damit so stark wie seit 1987 nicht mehr. Der deutliche Anstieg überraschte sogar die Experten: sie hatten im Durchschnitt nur mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet. Der wirtschaftliche Aufschwung wird vor allem vom Export angetrieben. Aber auch der über lange Jahre schwache private Konsum der Deutschen gewinnt wieder an Bedeutung. Zudem investieren die Unternehmen wieder mehr. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will nun bei den staatlichen Konjunkturprogrammen kürzen.

Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2010 mit Rekordzuwachs (Meldung des Statistischen Bundesamtes)
Plus 2,2 Prozent: Deutsche Wirtschaft boomt wie zuletzt 1987 (Spiegel Online)
Wirtschaftswachstum in Deutschland: “Das ist der Wahnsinn” (sueddeutsche.de)

Schäuble gegen 22-stellige Sepa-Kontonummern

Nach dem Willen der EU soll ab 2013 die Nutzung des internationalen Zahlungssystems “Sepa” in allen Mitgliedsländern verbindlich sein. Bankkunden müssten sich dann eine 22-stellige Kontonummer (IBAN) und eine elfstellige Bankleitzahl (BIC) merken. Der Protest der deutschen Verbraucher gegen diese Zahlenkolonnen ist im Finanzministerium nicht unbemerkt geblieben. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will sich nun dafür einsetzen, dass die bisherigen kurzen Banknummern und Bankleitzahlen “zur Abwicklung rein nationaler Zahlungsvorgänge” auch über 2013 hinaus verwendet werden können.

Kontonummern-Streit: Schäuble legt sich mit der EU an (Spiegel Online)

Techniker Krankenkasse streicht Erste-Klasse-Tarif

Die Techniker Krankenkasse (TK) stellt zum Jahresende ihren Wahltarif “TK Privat” ein. Ursprünglich wollte die gesetzliche Krankenkasse mit dem Tarif den Wechsel gut verdienender Kunden in die private Krankenversicherung stoppen. Gegen Aufpreis konnten sich die Versicherten dabei fast wie Privatpatienten behandeln lassen. Rund 7.000 Kunden haben das Angebot der TK laut Medienberichten genutzt. Doch wegen ausufernder Kosten beendet die Techniker Krankenkasse nun den Versuch mit dem Luxus-Tarif.

Techniker Krankenkasse: Erste-Klasse-Tarif? Gestrichen! (sueddeutsche.de)
Wahltarif “TK-privat” eingestellt (RP Online)

Kein Anstaltsgeheimnis: auch RBB veröffentlicht Führungskräfte-Verdienst

Nachdem bereits Anfang der Woche der Westdeutsche Rundfunk die Gehälter seiner Führungsspitze offen gelegt hat, zieht nun der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) nach. Demnach erhält RBB-Intendantin Dagmar Reim 220.000 Euro im Jahr. Ihr Stellvertreter Hagen Brandstäter bekommt 175.000 Euro, Programmdirektorin Claudia Nothelle 155.000 Euro. Andere öffentlich-rechtliche Sender diskutieren noch über eine Gehälter-Offenlegung.

Rundfunkanstalt RBB legt Gehälter offen (stern.de)
Traumjob Intendantin: Gehaltsdebatte entzweit ARD-Anstalten (ftd.de)

Firmenschließungen trotz Gewinn

Nicht immer werden Unternehmen aus unmittelbarer wirtschaftlicher Not heraus aufgelöst. Vielmehr erfolgen 40 Prozent der Unternehmensschließungen freiwillig, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Verantwortlich hierfür sind unerwartete Marktveränderungen, unter den Erwartungen der Gründer liegende Gewinne, Stress oder die als zu belastend empfundenen Auswirkungen auf das Familienlebenschließen.

Gründer: Jungunternehmer verdienen nicht genug (wiwo.de)

Ermittlungen gegen Credit Suisse: Fragebogen für Steuerhinterzieher

Die Düsseldorfer Staatsanwalt ermittelt wegen vermutlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen die Credit Suisse. Dazu setzt sie jetzt auf reuige Steuersünder als Informanten. Als frühere Kunden der Schweizer Großbank sollen sie die Umstände ihrer Geldanlage bei der Bank erklären: Brachte ein Kurierdienst Ihr Geld zur Credit Suisse? Wie hieß Ihr Berater? – das sind nur einige Fragen der Ermittler. “Die Kunden sind als Zeugen um Auskunft gebeten worden, sind also verpflichtet, Angaben zu machen”, erklärte dazu ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwalt. Die Angeschriebenen hätten im Übrigen zuvor beim Fiskus Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet.

Justiz schreibt Credit-Suisse-Kunden an: Höchst unangenehme Fragen (sueddeutsche.de)

Jack Wolfskin zu verkaufen

Der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin steht offenbar zum Verkauf. Wie Spiegel Online berichtet, sondiert die Investmentbank Morgan Stanley derzeit für die Eigentümer – die Finanzinvestoren Barclays Private Equity und Quadriga Capital – den Markt. Für Sportartikel-Größen wie Adidas, Puma oder Branchenprimus Nike wäre das eine seltene Gelegenheit, in dem von ihnen lange vernachlässigten Outdoor-Geschäft nachhaltig Fuß zu fassen. Ob die Eigner jedoch ihren angeblichen Minimum-Verkaufspreis von 300 Millionen Euro erzielen können, hält man indes in Branchenkreisen für fraglich. Als fairer Preis werden 150 bis 200 Millionen Euro genannt.

Outdoor-Branche: Jack Wolfskin steht zum Verkauf (Spiegel Online)

Nordkorea: Ginseng zur Schuldentilgung

Das klamme Nordkorea hat Tschechien die Lieferung mehrer Tonnen Ginseng angeboten. Dafür sollen die Osteuropäer dem international isolierten Arbeiter- und Bauernstaat fünf Prozent seiner Schulden erlassen. Auch wenn der Kraftwurz-Verbrauch Tschechiens nur 1,4 Tonnen jährlich beträgt, erwägt die Prager Regierung die Annahme des nordkoreanischen Angebots. Das sei immerhin besser als nichts. Parallel versucht Tschechiens Finanzminister aber auch, Nordkoreas Diktator Kim Jong Il beispielsweise zur ergänzenden Lieferung einer Schiffsladung Zinn zu bewegen. Diese könne man immerhin auf dem Weltmarkt zu Geld machen.

Klammes Nordkorea: Kim bietet Ginseng statt Barem (ftd.de)
Nordkorea will Schulden bei Tschechien mit Ginseng bezahlen (AFP)

Außerdem kurz notiert:

Ethisches Banking: Die “guten Banker” haben Zulauf, wie Bioläden Ende der 90er Jahre (ZEIT Online)
Erfahrungsberichte von Expatriates: Krise nach der Rückkehr in die Fremde (Spiegel Online)
Work-Life-Balance: Arbeit und Freizeit unter einen Hut bekommen (ftd.de)
5 Gründe, um jetzt Wohneigentum zu erwerben (Sparkasse)
Energiequelle Biomüll: Aus dem Mist kommt die Kraft (Spiegel Online)
Container-Schifffahrt: Vollbeschäftigung bei Fondsschiffen in Sicht (bankmagazin.de)
Fischereiwirtschaft: Der Aufstieg des Pangasius – kaum Nährstoffe, dafür billig zu züchten (FAZ.net)

Quelle: siehe Links
(ENDE) finanzwertig.de/13.08.2010

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