Lohnuntergrenze für die Grundpflege

Mindestlohn in der Pflegebranche

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In der deutschen Pflegebranche gilt seit dem 1. August 2010 ein gesetzlicher Mindestlohn. Mitarbeiter in Altenheimen und bei ambulanten Diensten bekommen danach nun mindestens 8,50 Euro (West) beziehungsweise 7,50 Euro (Ost). Ab Januar 2012 und ab Juli 2013 ist eine Erhöhung des Mindestlohns um jeweils 25 Cent vorgesehen.

Pflege: Rollator im Altersheim Der Mindestlohn gilt für inländische wie auch für ausländische Pflegeunternehmen. Allerdings betrifft er nur die rund 560.000 in der Grundpflege beschäftigten Pflegekräfte, die überwiegend Leistungen wie Körperpflege, Ernährung und Mobilitätsübungen erbringen. Ausgenommen vom neuen Mindestlohn sind dagegen Auszubildende und Praktikanten, Hauswirtschaftskräfte oder auch Demenzbetreuer.

siehe auch: Fragen und Antworten zum Mindestlohn in der Pflegebranche (.pdf-Datei, Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Die Verordnung zum Pflegemindestlohn ist vorerst bis zum 31. Dezember 2014 befristet. Wie es danach weitergeht, hängt unter anderem von einer für Ende 2011 geplanten Evaluierung aller Branchenmindestlöhne ab. Wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, soll dabei geprüft werden, ob die neuen Regelungen Arbeitsplätze gefährden bzw. sogar neuen Beschäftigungsverhältnissen entgegenstehen.

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Ver.di mit Info-Angebot zum Pflegemindestlohn

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi begrüßte die Einführung des Pflegemindestlohns. “Es ist höchste Zeit, dass die hart arbeitenden Beschäftigten im Pflegebereich von Mindestlöhnen profitieren”, sagte Ellen Paschke, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand. Mit Blick auf die europaweite Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 2011 sei die Einigung in der Kommission zudem ein erster Schritt hin zu einer langfristig gerechteren Bezahlung im Bereich der Pflege.

Allerdings sei nicht damit zu rechnen, dass vom Mindestlohn erfasste Betriebe ihren Beschäftigten automatisch den neuen, höheren Pflegemindestlohn zahlen, meinte Paschke weiter. Die Gewerkschaft werde deshalb am 10. und 11. August eine Telefon-Hotline für Beschäftigte der Pflegebranche anbieten sowie Informationsmaterial in den Betrieben verbreiten und im Internet bereitstellen. “Wer den Pflegemindestlohn will, muss jetzt selbst aktiv werden”, appellierte Paschke.

Quelle: Regierung Online, ver.di
Bild: Rollator im Alterhsheim (Ge.Ko2)
(ENDE) finanzwertig.de/02.08.2010

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Ein Kommentar
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  1. [...] der Einführung von Mindestlöhnen in der Pflegebranche ist zum 1. August 2010 auch das so genannte Swift-Abkommen zwischen der Europäischen Union und [...]

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