Wirtschaftsgeschichte

Rückblick: 30 Jahre tragbarer Computer

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Er wog stolze 10,7 Kilogramm, hatte einen winzigen 5-Zoll-Röhrenbildschirm, kostete 1.795 Dollar – und war kommerziell ein Riesenerfolg: Vor 30 Jahren, im April 1981, wurde der erste tragbare Computer für den Massenmarkt vorgestellt: der “Osborne 1″. Er ließ sich mitnehmen wie ein Koffer und ähnelte eher einer tragbaren Nähmaschine als einem PC. Dem Hersteller war jedoch trotz großer Nachfrage kein langer Erfolg vergönnt – er machte einen entscheidenden Marketingfehler, der noch heute als “Osborne-Effekt” in BWL-Seminaren behandelt wird.

(Crosspost von/mit geschichtspuls.de)

Die Erfolgsgeschichte des ersten mobilen PCs war rasant, währte jedoch nur kurz. Als sich der amerikanische Softwareentwickler und Buchautor Adam Osborne im März 1980 mit dem Computerdesigner Lee Felsenstein traf, wollte er den Computermarkt revolutionieren: Der PC sollte tragbar und bezahlbar werden, Felsenstein sollte ihn gestalten. Osborne gründete noch im gleichen Jahr die Osborne Computer Corporation. Bereits ein gutes Jahr später, im April 1981, kam dann der “Osborne 1″ auf den Markt.

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“Osborne-Effekt” als Marketing-Lehrstoff

Vor allem Geschäftsleute hatte man sich als Zielgruppe ausgesucht. Entsprechend hieß es in der Werbung unter anderem: “Unser Computer passt unter jeden Flugzeugsitz.” Als Speichermedium dienten dem “Osborne 1″ zwei 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke – eine richtige Festplatte wäre zu der Zeit viel zu schwer, teuer und empfindlich gewesen. Trotz seiner Größe und seines Gewichts gilt der Rechner heute als der erste kommerziell erfolgreiche, tragbare Computer. Zwar gab es bereits vorher tragbare PCs, sie wogen jedoch bis zu 25 Kilo und waren sehr viel teurer. Osborne verkaufte im ersten Monat 11.000 Stück, schon im September stieg der Umsatz der jungen Firma auf mehr als eine Million Dollar.

Doch so schnell die Firma aufstieg, so schnell war ihr Niedergang besiegelt. Im September 1983 ging das Unternehmen bankrott. Ein Hauptgrund: Adam Osborne pries bereits öffentlich die Verbesserungen bei den Nachfolgemodellen, bevor diese überhaupt erhältlich waren. Potenzielle Kunden hielten sich daher mit Käufen noch zurück, die Osborne-1-Lager blieben voll und die Preise für den Koffer-Computer verfielen. Der Effekt ist in der Branche bis heute als der “Osborne-Effekt” bekannt. Zwar brachte Osborne schließlich noch zwei Nachfolgemodelle auf den Markt, doch konnten diese nicht an den wirtschaftlichen Erfolg des Vorgängermodells anknüpfen. 1985 war für die Firma endgültig Schluss. Osborne starb nach mehreren Schlaganfällen am 18. März 2003 in Indien, wo er während der letzten Jahre seines Lebens als Venture-Capitalist tätig war.

Rasante Weiterentwicklung

Mit dem Koffer-Rechner “Osborne 1″ begann vor 30 Jahren die Entwicklung des Marktes für mobile Computer. Seither haben sich Leistung und Ausstattung der kleinen Rechner vervielfacht, Gewicht und Preis sind dagegen stark gesunken. Kaum verwunderlich, dass diese Geräte heute für fast zwei Drittel des weltweiten PC-Umsätze stehen. Allein in Deutschland werden nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom jährlich rund elf Millionen tragbare PCs (Notebooks, Netbooks, Tablet-PCs) verkauft – von geschätzt rund 14,8 Millionen Computern insgesamt.

Mehr zum “Osborne1″:


Quelle: Bitkom (Crosspost von/mit geschichtspuls.de)
(ENDE) finanzwertig.de/21.04.2011

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