Teure Bescherung

Preise für Weihnachtsbäume steigen (2009)

Kategorien: Bauen & Wohnen, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , ,

Der traditionelle Weihnachtsbaum wird dieses Jahr deutlich teurer. Während das Angebot durch reduzierte Anbauflächen sinkt, finden zunehmend auch mehr Araber und Chinesen Gefallen am importierten Christbaum.

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Für das diesjährige Weihnachtsfest werden die Deutschen rund 28 Millionen Weihnachtsbäume kaufen – allerdings werden sie dafür tiefer in die Tasche greifen müssen. Branchenverbände wie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald oder der Hauptverband Holzindustrie rechnen mit Preissteigerungen von rund zehn Prozent. So sind beispielsweise für ein Zwei-Meter-Exemplar der beliebten Nordmanntanne in diesem Jahr je nach Qualität zwischen 32 und 42 Euro zu zahlen. Rund 18 Euro günstiger ist eine Blaufichte gleicher Größe. Für die normale Fichte werden noch 13 bis 17 Euro verlangt.

Zu den Gründen für die Teuerung bei den Weihnachtsbäumen zählen zum einen die gestiegenen Energie- und Lohnkosten. Zum anderen gab es in Dänemark durch eine geänderte Förderpolitik Reduzierungen bei den Anbauflächen, wodurch das Angebot an Bäumen gesunken ist. Zudem drückt auch in Deutschland seit mehreren Jahren eine bundesweite Umwidmung mehrerer tausend Hektar Tannenbaum-Plantagen – beispielsweise für die profitablere Erzeugung von Biomasse bzw. Bio-Kraftstoffen – auf die Preise.

Mehr Bäume für den Export

Eine immer größere Stückzahl wird außerdem ins Ausland exportiert. Vor allem im Mittleren Osten stieg die Nachfrage in den vergangenen Jahren deutlich. Die internationalen Gäste der dortigen Luxus-Hotels wollen zu Weihnachten auch in der Wüste nicht auf den Christbaum verzichten. In Kühlcontainern werden zudem frisch geschlagene Weihnachtsbäume sogar bis nach China verschifft. Dort gilt ein nach US-Vorbild kitschig geschmückter Baum als besonderer Ausweis von Wohlstand und Shopping-Kultur.

Kleine Weihnachtsbaumkunde

Welcher Baum darf es sein zu Weihnachten? Für alle noch unentschlossenen folgt hier eine kleine Baumkunde. Für alle Exemplare gilt, dass sie wesentlich länger halten, wenn man sie in einen Weihnachtsbaumständer mit Wassergefäß stellt. Gibt man dem Wasser noch einen Esslöffel Zucker bei, freut sich der Baum umso mehr.

Rund 70 Prozent der Christbäume in deutschen Stuben kommen aus Deutschland, der Rest wird meist aus Dänemark importiert. In Deutschland liegen die wichtigsten Anbaugebiete in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die beliebteste Baumart bildet die aus dem Kaukasus stammende Nordmanntanne mit über 60 Prozent (Tendenz weiter steigend), gefolgt von der Blaufichte mit 20 Prozent, der Edeltanne und schließlich der Fichte.

  • Nordmanntanne:
    Die Nordmanntanne ist ein Nadelbaum von kegelförmigem oder säulenförmigem Wuchs, der bis etwa 70 Meter hoch werden kann. Sie benötigt 12 bis 15 Jahre, um Zimmerhöhe zu erreichen – deshalb ist sie mit Abstand der teuerste Weihnachtsbaum. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre hohe Nadelfestigkeit und ihre weichen glänzend-tiefgrünen, nichtstechende Nadeln aus. Zwei Drittel aller Weihnachtsbäume sind Nordmanntannen.
  • Edeltanne:
    Die Edeltanne liegt etwa auf dem gleichen Preisniveau wie die Nordmanntanne, ist aber noch länger haltbar. Sie hat weiche, blaugrüne Nadeln, die äußerst intensiv duften. Die etagenförmig angeordneten Zweige sind kräftig und eignen sich daher gut für schweren Baumschmuck. Den so typischen Tannengeruch kann man noch intensivieren, indem man die kleinen Harzkügelchen anritzt.
  • Fichte:
    Die Fichte hat dunkelgrüne, mäßig stechende Nadeln. Die Zapfen wachsen hängend – ein sehr auffälliger Unterschied zur Tanne, deren Zapfen nach oben stehen. Da sie schon nach 5-7 Jahren Zimmerhöhe erreicht, ist sie der preiswerteste Weihnachtsbaum. Allerdings hat die Fichte von allen Arten auch die geringste Haltbarkeit. Sie nadelt in beheizten Räumen schon nach wenigen Tagen.
  • Blaufichte:
    Die Blaufichte hat einen blauen Schimmer in ihren grünen Baumnadeln. Der blaue Schimmer ist von ihrer Spezies und auch von der Witterung abhängig und kann von Jahr zu Jahr variieren. Sie hat eine etwas bessere Haltbarkeit als die gemeine Fichte, liegt daher im Preissegment etwas über ihrer Verwandten. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und echte Kerzen geeignet. Ihre Nadeln stechen stark, duften aber sehr nach Wald.
  • Kiefer:
    Die Kiefer hat schöne, weiche Nadeln und oft einen interessanten Wuchs. Die Nadeln sind wesentlich länger als die der Fichten und Tannen und wirken weicher und buschiger. Ihre Nadeln sind dunkelgrün. Bekannter als ein Kiefernbaum sind in Deutschland Kiefernzweige für große und kleine Vasen. Aber auch der eher ungewöhnliche Kiefernbaum bleibt in der Wohnung lange frisch.


(ENDE) finanzwertig.de/04.12.2009

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