Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2011

Zahl der Privatinsolvenzen weiter hoch

Kategorien: Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , , ,

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2011 um 0,9 Prozent auf 68.818 Fälle gesunken. Damit bewegten sich die Insolvenzfälle nahezu auf dem Rekordniveau des Vorjahres, wie aus dem aktuellen Bürgel-Schuldenbarometer hervorgeht. Eine Trendwende sei trotz sinkender Arbeitslosenzahlen nicht in Sicht. Für das Gesamtjahr 2011 werde mit 138.000 bis 140.000 Privatinsolvenzen gerechnet.

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Nach Altersgruppen betrachtet, gehören der Wirtschaftsauskunftei Bürgel zufolge vor allem Niedriglohnempfänger und junge Menschen von 18 bis 25 Jahren weiterhin zu den Risikogruppen. Ihr Anteil an den Privatinsolvenzen sei gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um 2,5 Prozent gestiegen, gegenüber dem Jahr 2009 sogar um 51,3 Prozent. Im Gegensatz zu früheren Jahren gerieten 2011 aber zunehmend auch ältere Bundesbürger in finanzielle Bedrängnis. So habe der Anteil der Altersgruppe ab 60 Jahren unter den Schuldnern gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 um 8,9 Prozent zugenommen.

Risikokriterien: männlich und in Norddeutschland lebend

In nahezu allen Altersgruppen sind Privatinsolvenzen vor allem ein männliches Phänomen. Insgesamt gingen 58,2 Prozent aller Privatpleiten im ersten Halbjahr 2011 auf das Konto der Männer, wie die Wirtschaftsauskunftei weiter berichtet. Bei den 36- bis 45-Jährigen betrage der Männeranteil sogar 61,2 Prozent. Die einzige Ausnahme finde sich unter den jungen Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren. Hier dominierten die Schuldnerinnen mit einer Quote von 55,3 Prozent – vor allem wegen der Risikogruppe der alleinerziehenden Frauen.

Die meisten Schuldner pro 100.000 Einwohner leben laut Schuldenbarometer in Bremen (162 Fälle), Hamburg (119), Niedersachsen (110) und Schleswig-Holstein (108). Die geringsten Schuldnerquoten verzeichneten Bayern mit 61 Privatinsolvenzen, Baden-Württemberg (62) und Thüringen (74). Der Bundesdurchschnitt liege bei 84 Fällen je 100.000 Einwohner.

Gründe für Privatinsolvenzen

Die Hauptursachen für eine Privatinsolvenz seien nach wie vor Arbeitslosigkeit, dauerhaftes Niedrigeinkommen, gescheiterte Selbstständigkeit, Trennung und Scheidung. Außerdem trügen mangelnde Finanzerfahrungen, unpassendes Konsumverhalten und Einkommensrückgang bzw. geringe Rücklagen dazu bei, dass sich Bürger überschuldeten. Gerade einkommensschwache Haushalte, die von Niedriglöhnen oder Transferleistungen lebten, gerieten bei steigenden Kosten finanziell schnell unter großen Druck.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden sich auf der Webseite der Wirtschaftsauskunftei Bürgel: “Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2011″.

Quelle: Bürgel Wirtschaftsinformationen
(ENDE) finanzwertig.de/15.09.2011

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