Investitionsstau

“Pro Mobilität”: Zahn der Zeit nagt am Volksvermögen Autobahn

Kategorien: Finanzpolitik, Small-Talk-Wissen, Wirtschaftsnachrichten, aktuell | Tags: , , , , ,

Vor 80 Jahren, am 6. August 1932, eröffnete der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die erste deutsche Autobahn, die heutige A 555 zwischen Köln und Bonn. “So werden die Straßen der Zukunft aussehen”, prophezeite der spätere Bundeskanzler vorausschauend. Heute sind Autobahnen eine der wichtigsten Verkehrsadern unserer mobilen Gesellschaft. Doch aus falscher Sparsamkeit werde das über Jahrzehnte aufgebaute Volksvermögen dem schleichenden Verfall preisgegeben, kritisiert der Lobbyverband “Pro Mobilität”.

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80 Jahre nach der Eröffnung der ersten – 20 Kilometer langen – deutschen Autobahn ist die Gesamtlänge der Autobahnen auf knapp 13.000 Kilometer angewachsen. Das sind rund zwei Prozent unseres Straßennetzes – auf dem mehr als 30 Prozent der gesamten Fahrleistungen in Deutschland erbracht werden. Dabei verbinden die Autobahnen nicht nur ländliche Regionen mit Wirtschaftszentren. Als Kernstück des europäischen Straßennetzes spielen sie auch eine tragende Rolle für den wachsenden internationalen Verkehr. Rund 50.000 Fahrzeuge nutzen im Durchschnitt Tag für Tag jeden Autobahnabschnitt, am Dreieck Funkturm in Berlin sind es sogar 180.000.

Höhere Investitionen in Erhalt und Ausbau notwendig

Doch den heutigen Anforderungen wird das Autobahnnetz nur noch mit Mühe gerecht, warnt der Lobbyverband “Pro Mobilität” anlässlich des Autobahn-Jubiläums. Viele Strecken seien in den 60er und 70er Jahren erbaut worden. Für die Erhaltung habe man jedoch “zu lange zu wenig” getan. Nun seien viele umfassende Grunderneuerungen unausweichlich. Das gelte vor allem für Brücken, von denen bundesweit mehrere Tausend als Sanierungsfall einzustufen seien. Die aktuellen Erhaltungsinvestitionen von jährlich rund 2,5 Milliarden Euro sind nach Meinung von “Pro Mobilität” nicht ausreichend. Sie müssten um eine weitere Milliarde steigen, um den eigentlichen Bedarf zu decken. Und mit den Investitionen in die Erhaltung des Autobahnnetzes allein ist es nicht getan. Angesichts des prognostizierten Anstiegs der Verkehrsleistung ist dem Lobbyverband zufolge auch ein gezielter Ausbau mit Engpassbeseitigungen und Lückenschlüssen überfällig.

“Der Zahn der Zeit nagt deutlich sichtbar an Straßen und Brücken”, warnt Dr. Peter Fischer, Präsident von “Pro Mobilität”. “Autobahnen stellen als zentrale Infrastruktur ein enormes Volksvermögen dar. Doch was über Jahrzehnte aufgebaut wurde, ist nun aus falscher Sparsamkeit dem schleichenden Zerfall preisgegeben.” Insgesamt würden für die Fernstraßen des Bundes jährlich Investitionen von mehr als acht Milliarden Euro benötigt. Doch stattdessen seien im Etat für 2013 weniger als fünf Milliarden Euro eingeplant. Wenn sich da nichts ändere, würden kommende Generationen darunter leiden. “80 Jahre Autobahn sollte für die Politik Anlass sein, bei der Infrastruktur zur vorausschauenden Planung zurückzufinden und eine verlässliche Finanzierung für die Zukunft zu gewährleisten”, so Fischer weiter.

Quelle: ProMobilität – Initiative für Verkehrsinfrastruktur e.V.
(ENDE) finanzwertig.de/06.08.2012

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