Ungültige Klauseln bei Lebensversicherungen

Wegen zu geringer Rückkaufswerte: Sammelklage gegen Allianz Lebensversicherungs-AG

Kategorien: Versicherungen, aktuell | Tags: , , , , , ,

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat im Namen von 80 Verbrauchern eine Sammelklage gegen die Allianz Lebensversicherungs-AG beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Die vertretenen Kunden hatten ihre Lebensversicherung vorzeitig beendet und einen nach Auffassung der Verbraucherzentrale zu geringen Rückkaufswert erhalten, wie die Verbraucherschützer dazu berichten. Mit der Klage solle den Kunden zu einem “Nachschlag” verholfen werden, dessen Höhe von den Auskünften der Allianz abhänge. Als vorläufiger Streitwert werde eine Summe von insgesamt 40.000 Euro unterstellt – also 500 Euro pro Kunde.

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So wie den an der Sammelklage beteiligten Verbrauchern ist es nach Angaben der Verbraucherzentrale vielen Kunden der Allianz ergangen. Sie hätten ihre Lebens- oder Rentenversicherung gekündigt und als Rückkaufswert eine Auszahlung erhalten, die weit unter dem eingezahlten Betrag gelegen habe. Ergänzende Nachzahlungen für Verträge, die zwischen Mitte 2001 und Ende 2007 abgeschlossen wurden, habe der Versicherer trotz Beschwerden der Kunden bislang verweigert. Dabei seien die Klauseln zur Berechnung des Rückkaufswertes und zum Stornoabzug nach Ansicht der Verbraucherzentrale Hamburg unwirksam – ebenso wie ähnliche vom Bundesgerichtshof (BGH) bereits für ungültig erklärte Klauseln aus dem davor liegenden Zeitraum.

Zwar gebe es bislang keine Entscheidung des BGH zu den neueren Klauseln. Die Verbraucherzentrale könne sich aber auf ein von ihr erwirktes Urteil des Landgerichts Stuttgart stützen, das die von der Allianz verwendeten neueren Klauseln für unwirksam befand (Urteil vom 5. Oktober 2010, Az.: 20 O 87/10).Viele Verbraucher wollten nicht auf die Entscheidung des BGH warten und auch keine Individualklage gegen den Konzern führen. Mit der Sammelklage sollen die Forderungen von 80 Kunden jetzt eingezogen werden. ” Durch die Bündelung der Ansprüche wollen wir den Druck auf den Marktführer Allianz und damit die Versicherungswirtschaft insgesamt erhöhen”, erklärt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg. Weitere betroffene Kunden könnten sich anschließen. Die Kosten des Prozesses habe ein Prozessfinanzierer übernommen.

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
(ENDE) finanzwertig.de/13.01.2011

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