Verlorene Vorauszahlungen?

TelDaFax-Insolvenz: Gläubiger müssen Forderungen anmelden

Kategorien: Bauen & Wohnen, Im Fokus 2, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , ,

Das Amtsgericht Bonn hat am 1. September 2011 das Insolvenzverfahren* über das Vermögen des Energieanbieters TelDaFax eröffnet. Davon betroffen sind rund 700.000 Verbraucher in Deutschland. Sie hatten ihre Strom- und Gasverträge bei TelDaFax überwiegend per Vorkasse bezahlt, wofür sie im Gegenzug einen deutlichen Preisrabatt erhielten. Um zumindest einen Teil der Vorauszahlungen zurück zu bekommen, müssen sie ihre Forderungen nun beim Insolvenzverwalter von TelDaFax anmelden.

Teldafax insolvent – Vorauszahlungen der Kunden weg? Hierfür sollen alle bekannten Gläubiger des insolventen Energieanbieters ein personalisiertes Anmeldeformular per Post erhalten. Dieses Formular ist mit einem elektronisch lesbaren Barcode versehen und ermöglicht so dem Insolvenzverwalter eine sachgerechte Zuordnung und Bearbeitung der Forderungsanmeldung. Aufgrund der hohen Zahl von möglichen Gläubigern wird dieser Vorgang allerdings einige Wochen in Anspruch nehmen.

Wenn Gläubiger bis zum 31. Dezember 2011 vom Insolvenzverwalter nicht kontaktiert wurden, sollten sie ihre Forderungsanmeldung selbstständig vornehmen. Einzelheiten hierzu und zu weiteren häufig gestellten Fragen zur Forderungsanmeldung finden sich in einem Merkblatt (.pdf-Datei) der White & Case Insolvenz GbR.

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Wenig Chancen auf größere Rückzahlungen

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens klingt zunächst nach einem Hoffnungsschimmer, da offenbar noch genügend Vermögen für ein solches Verfahren vorhanden ist. Verbraucherschützer warnen betroffenen TelDaFax-Kunden jedoch vor zu hohen Erwartungen: Ein Insolvenzverfahren bedeute leider nicht, dass alle Gläubiger befriedigt werden und ihre Vorauszahlungen, Kautionen und Ansprüche aus Jahresabrechnungen zurückgezahlt bekommen. Wahrscheinlich sei vielmehr, dass Verbraucher nichts bekommen oder nur eine sehr geringe Summe, erklärt Jan Bornemann von der Verbraucherzentrale Hamburg. Bei einer gewöhnlichen Insolvenz sei es schon ein Erfolg für die Gläubiger, wenn fünf Prozent ihrer Forderungen bedient würden.

Friederike Wagner von der Verbraucherzentrale Sachsen rät zudem dazu, die Erfahrungen aus der TelDaFax-Insolvenz bei einem künftigen Wechsel des Strom- und Gasanbieters zu beherzigen. Trotz der möglichen Preisabschläge sollte man bei Vorkasse-Tarifen besonders skeptisch sein, so Wagner. Das Insolvenzrisiko eines Energieanbieters lasse sich nie ganz ausschließen.

Weitere Informationen zum Insolvenzverfahren gegen die TelDaFax-Gruppe gibt es zudem auf der Webseite des Amtsgerichts Bonn.

*) Vom Insolvenzverfahren betroffen sind der White & Case Insolvenz GbR zufolge die Firmen TelDaFax Holding AG, die TelDaFax Energy GmbH, die TelDaFax Services GmbH, die TelDaFax Marketing GmbH, die TelDaFax Sales GmbH, die TelDaFax Dialog GmbH, die TelDaFax Network GmbH und die HugoTel Communications GmbH. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Biner Bähr (Profil) bestimmt, der auch bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren die Geschicke von TelDaFax lenkte.

Bild: aboutpixel.de / Rainer Sturm (“Geldvernichtung_2″)
(ENDE) finanzwertig.de/05.09.2011

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