Wenn die Tür zu ist...

Teure Türöffner: Die Tricks unseriöser Schlüsselnotdienste

Kategorien: Bauen & Wohnen, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , ,

Schrecksekunde vor der Wohnungstür: Der Schlüssel ist nicht da. Wer jetzt einen Schlüsselnotdienst beauftragen muss, sollte einen kühlen Kopf bewahren. Verbraucherschützer warnen vor einigen schwarzen Schafen, die sich in dieser Branche tummeln und solche Notsituationen gerne ausnutzen. Die Folge seien oft überteuerte Rechnungen.

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Mit der beste Schutz vor einer solchen Abzocke ist es, mehrere Angebote einzuholen und vor der konkreten Auftragserteilung einen Festpreis inklusive Anfahrt und Material zu vereinbaren – und das am besten unter Zeugen. “Das fällt den Betroffenen jedoch oft schwer, weil sie froh sind, wenn jemand schnell die Tür öffnet”, weiß Michael Urban, Schadens-Experte beim Infocenter der R+V Versicherung. Er rät Ausgesperrten zudem, sich die Firmennamen genau anzuschauen. Einige Unternehmen versuchten, mit AAA oder 000 im Namen und großen Anzeigen in Branchenverzeichnissen ganz oben zu stehen. “Über solche Unternehmen gibt es besonders häufig Beschwerden”, warnt Urban weiter.

Ebenfalls eine beliebte Masche: Die Unternehmen gaukeln mit fiktiven Adressen vor, dass sie ortsansässig sind – aber in Wirklichkeit ist ihr Sitz weit weg. Deshalb lohnt es sich immer nachzufragen, woher die Handwerker kommen. Sonst fallen unter Umständen extrem hohe Anfahrtskosten an, und es dauert lange, bis die Hilfe da ist. Darüber hinaus schlagen manche Anbieter Spät-, Nacht- und Feiertagszuschläge auf die vorläufige Gesamtrechnung auf. Das ist laut Verbraucherschützern aber unzulässig. Entsprechende Zuschläge seien nur auf die tatsächlichen Lohn- und lohnabhängigen Kosten (Lohn für die Anfahrtszeit) möglich, nicht aber auf die anteilig in der Gesamtrechnung mit enthaltenen Kosten für Spezialgerät, etwaige Ersatzteile sowie das Firmenauto des Schlüsseldienstes.

Arbeiten beaufsichtigen

R+V-Fachmann Urban rät außerdem, den Handwerkern beim Türöffnen möglichst genau auf die Finger zu schauen und nachzufragen, wie sie vorgehen werden. Bei einer zugeschlagenen Tür ist es beispielsweise meistens nicht notwendig, das Schloss aufzubrechen. “Es kommt auch vor, dass der Schlüsseldienst beim Türöffnen bewusst große Schäden anrichtet und dann direkt den Austausch anbietet. Darauf sollten Verbraucher lieber nicht eingehen. In der Regel kann man Reparaturen auch noch am nächsten Tag durchführen lassen – zu normalen Öffnungszeiten und damit deutlich niedrigeren Preisen.”

Weitere Tipps gegen unseriöse Schlüsselnotdienste:

  • Nicht immer muss die Tür aufgebrochen werden. Manchmal ist es günstiger, eine kleine Scheibe einzuschlagen und diese zu ersetzen als den teuren Notdienst zu wählen.
  • Ebenfalls eine Überlegung wert: Wer nicht dringend in seine Wohnung muss, kann bei Freunden oder Verwandten übernachten und die Tür erst am folgenden Tag zu normalen Arbeitszeiten öffnen lassen. So lassen sich etwaige teure Nacht- oder Feiertagszuschläge vermeiden.
  • Wenn der Betrag für das Türöffnen zu hoch ausfällt, am besten nur eine Anzahlung leisten oder mit dem Vermerk “unter Vorbehalt” bezahlen und darauf hinweisen, dass man die Rechnung überprüfen lässt.
  • Die Reklamation ist einfacher, wenn man noch nicht den gesamten Betrag bezahlt hat. Da Verbraucher in einer solchen Situation aber oft unter Druck stehen, bezahlen sie meistens komplett, entweder bar oder mit EC-Karte. Aber selbst dann ist es möglich, einen Teil des Geldes zurückzufordern.
  • Am sichersten ist, die Bezahlung per Rechnung zu vereinbaren – auch wenn sich die Schlüsseldienste darauf nicht gerne einlassen. So können Kunden die Rechnung in Ruhe prüfen und bei Bedarf reklamieren. Zudem kann man die Türöffnung dann als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Das geht bei Barzahlung nicht.

Vorsorge: Ersatzschlüssel hinterlegen

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, deponiert einen Ersatzschlüssel bei Nachbarn, Freunden oder Verwandten. Aber Vorsicht: Den Schlüssel nicht zu detailliert beschriften, damit er bei einem Einbruch nicht entwendet und zum Einsteigen in Haus oder Wohnung verwendet wird. In einigen Städten bieten auch Taxizentralen an, Schlüssel zu hinterlegen. Auf keinen Fall sollte jedoch der Schlüssel in der Nähe der Haustür versteckt werden – das gefährdet den Versicherungsschutz bei einem Einbruch. Da sei es besser, sich für den Fall der Fälle einen guten und günstigen Schlüsseldienst aus der Umgebung herauszusuchen und diese Information außerhalb der Wohnung aufzubewahren, etwa in der Brieftasche oder im Handy, so der abschließende Tipp von Versicherungsexperte Urban.

Quelle: R+V Infocenter
(ENDE) finanzwertig.de/22.12.2010

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Ein Kommentar
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  1. Seit mitte 2010 gibt es einen Schlüsseldienst Club.Funktioniert wie der ADAC in ganz Deutschland..Mitgliedsbeitrag 2,95€ Monatlich.Auch bei Schlüsselverlust oder defekten Schlössern.Ist aber nur für Mitglieder. Eine echte Alternative

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