Tourismusentwicklung 2010

Deutschland bleibt beliebtes Reiseziel

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Die deutsche Tourismusbranche konnte 2010 eine positive Entwicklung verzeichnen: Die Gesamtzahl der Übernachtungen stieg im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 380,3 Millionen. Für das laufende Jahr rechnen Branchenexperten angesichts des positiven Konsumklimas mit einem abermaligen Zuwachs um weitere sieben Millionen Übernachtungen – das entspräche einem Plus von zwei Prozent gegenüber 2010.

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Boom beim Städtetourismus

Besonders kräftige Übernachtungszuwächse gab es 2010 in den Großstädten, wie aus Angaben des Statistischen Bundesamtes und des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) hervorgeht. Demnach stiegen die Übernachtungszahlen in Städten mit über 100.000 Einwohnern verglichen mit 2009 überdurchschnittlich um neun Prozent auf 103,4 Millionen. In Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern sei die Zahl der Übernachtungen dagegen nur um ein Prozent auf 276,9 Millionen gestiegen. Die Großstädte profitierten dabei unter anderem von der Wiederbelebung des Geschäftsreisetourismus. Zudem würden Deutschlands Städte als Ziele von Shopping-, Kultur- und Eventtrips bei Reisenden aus dem im In- und Ausland immer beliebter.

Diese Entwicklung entspricht einem Trend, der sich europaweit abzeichnet: Städtereisen sind einfach “in”. So stiegen die Übernachtungszahlen dem “Sparkassen-Tourismusbarometer Deutschland 2010″ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) zufolge von 2004 bis 2009 in den deutschen Großstädten um 23 Prozent – verglichen mit einem Plus von zwölf Prozent in Klein- und Mittelstädten. Aber auch der Urlaub am Wasser liegt voll im Trend. Hier kletterten die Übernachtungszahlen zwischen 2004 und 2009 an der Küste um neun Prozent und an Seen um 14 Prozent. Deutsche Mittel- und Hochgebirgsregionen büßten hingegen im gleichen Zeitraum mit einem Minus von einem bzw. zwei Prozent leicht an Beliebtheit ein.

Tourismusbranche investiert verhalten

Trotz der positiven Nachfrage investieren die Tourismusbetriebe jedoch eher verhalten, wie aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer weiter hervorgeht. Demnach ist das Kreditvolumen touristischer Betriebe in den vergangenen zwei Jahren leicht gesunken. Jede zweite Sparkasse habe in ihrem Geschäftsgebiet einen Investitionsstau in der Tourismuswirtschaft identifiziert. Davon betroffen seien insbesondere Gasthöfe und Pensionen, aber auch Restaurants und kleinere Hotels. “Diese Entwicklung ist bedenklich. Bei zunehmendem Wettbewerb und steigenden Ansprüchen der Gäste laufen die Betriebe Gefahr, mittelfristig nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein”, kommentiert DSGV-Vorstand Karl-Peter Schackmann-Fallis die Entwicklung.


Sparkassen-Tourismusbarometer Deutschland

Das Tourismusbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ist eine Positionsbestimmung des Deutschlandtourismus im nationalen und internationalen Vergleich. Der aktuelle Bericht 2010 mit ausführlichen Informationen unter anderem zur Nachfrage- und Angebotsentwicklung in den einzelnen Regionen, Umsatz- und Beschäftigtenzahlen sowie möglichen Zukunftspotenzialen steht im Internet als .pdf-Datei zum Download bereit: Sparkassen-Tourismusbarometer Deutschland 2010.

Quelle: DSGV, Statistisches Bundesamt, DTV
(ENDE) finanzwertig.de/03.03.2011

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Ein Kommentar
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  1. [...] diesen herausragenden Attraktionen bleibt Deutschland aber auch im Ganzen ein beliebtes Reiseziel. So konnte die deutsche Tourismusbranche insgesamt im vergangenen Jahr eine positive Entwicklung [...]

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