Reiserecht

Überbuchung: Urlaubern steht gleichwertiges Ersatzhotel zu

Kategorien: Rechtstipps, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , ,

Endlich am Urlaubsort angekommen, erhält so mancher Urlauber eine Schreckensnachricht: Das gebuchte Zimmer ist schon besetzt. “Reiseveranstalter oder Hoteliers sind in dem Fall verpflichtet, eine gleichwertige Unterkunft anzubieten und Zusatzkosten zu übernehmen”, wie Olaf Reinicke vom Infocenter der R+V Versicherung erklärt. Reisende müssen sich demnach aber nicht mit jedem Ersatz zufrieden geben.

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Eine Überbuchung der Unterkünfte ist bei vielen Hotels gängige Praxis, da Reiseveranstalter Zimmer oft kurzfristig zurückgeben. Leidtragende sind Urlauber, die sich das Hotel ausgesucht haben. Betroffenen rät R+V-Experte Reinicke auf einem Ersatzhotel zu bestehen, das dem gebuchten Angebot entspricht – beispielsweise bei Strandnähe, Freizeitangeboten und Ausstattung. “Betroffene müssen ihren Unmut äußern und Mängel aufzeigen, damit sie zu ihrem Recht und einer Entschädigung kommen.” Ist die neue Unterkunft weniger komfortabel oder deutlich weiter vom Strand entfernt, sollten die Urlauber sie nicht oder nur unter Protest beziehen und sich möglicherweise selbst auf die Suche nach Ersatz machen.

Schwieriger sei die Situation bei Direktbuchungen: Hier sind die Ausweichmöglichkeiten Reinicke zufolge begrenzter. Zudem müssten Urlauber ihre Rechte abhängig von den gesetzlichen Bestimmungen direkt im Ausland einklagen. “Bei Direktbuchungen sollten Urlauber auf einer schriftlichen Buchungsbestätigung bestehen, damit sie etwas in der Hand haben”, rät der Jurist. “Bei privaten Unterkünften empfiehlt sich, vorher nachzufragen, ob alles klappt.”

Überbuchungshinweis vor Reiseantritt

Noch anders sieht es aus, wenn das Reiseunternehmen die Überbuchung bereits vor der Abreise mitteilt. In solchen Fällen können Urlauber wählen: entweder das Ersatzangebot annehmen oder kostenfrei zurücktreten, wie R+V-Experte Reinicke weiter erklärt. Bei einem Reiserücktritt erhielten sie ihr Geld zurück und könnten sogar eine Entschädigung für die nicht genutzte Urlaubszeit fordern – unabhängig davon, ob sie stattdessen arbeiten oder anderweitig verreisen würden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich bei Ärger im Urlaub zudem, Reisemängel schon vor Ort schriftlich (und falls möglich auch mit Bildern) festzuhalten und sich vom Reiseveranstalter bestätigen zu lassen. Dabei sollte man beharrlich sein, aber sich davon auch nicht den ganzen Urlaub vermiesen lassen. Oft gibt es bei berechtigten Beschwerden schnell eine zufriedenstellende Lösung – im Fall einer Überbuchung vielleicht sogar den Umzug in ein besseres Hotel.

Quelle: R+V-Infocenter
(ENDE) finanzwertig.de/26.07.2012

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