Ungleiche Vermögensverteilung: Reiche Beamte, arme Berliner

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Jeder Erwachsene verfügt inklusive seiner Rentenansprüche über ein Vermögen von im Schnitt 150.000 Euro. Der Reichtum ist aber ungleich verteilt, wie eine aktuelle Studie ergab. Denn mehr als jeder vierte Deutsche hat gar nichts auf der hohen Kante. Eine weitere Studie belegt zudem, dass nirgendwo sonst in Deutschland das Armutsrisiko so hoch ist wie in Berlin.

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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erstmals untersucht, wie sich die Renten und Pensionen auf das Vermögen der Deutschen auswirken. Ein Erwachsener besitzt danach neben Geld und Sachvermögen von 88.000 Euro im Durchschnitt rund 67.000 Euro an Pensions- und Rentenansprüchen.

Beamte mit hohem Pensionsvermögen

Insgesamt summierten sich die Renten- und Pensionsansprüche der Deutschen auf 4,6 Billionen Euro. Dieses Vermögen ist der DIW-Studie zufolge jedoch sehr ungleich verteilt: Nach Berufen betrachtet, dominierten klar die Beamten. Im Pensionsalter verfügten sie über ein Vermögen inklusive Altersvorsorge von rund 502.000 Euro. Ein Durchschnittsrentner könne rund 233.000 Euro verbuchen. Ein ungelernter Arbeiter komme auf 74.000 Euro, ein Handwerksmeister auf 130.000 Euro, ein Selbstständiger auf 220.000 Euro. Dagegen bringe es ein Arbeitsloser nur auf 56.000 Euro.

Die DIW-Forscher warnen daher auch davor, dass mehr Menschen wegen Arbeitslosigkeit und reduzierter Sozialleistungen im Alter verarmen. “Zusätzliche private Altersvorsorge wird nach den Reformen bei der Alterssicherung immer wichtiger”, sagt DIW-Experte Markus Grabka. Dafür hätten Geringverdiener aber meist kein Geld übrig. Auch Langzeitarbeitslose könnten so gut wie kein Vermögen für das Alter aufbauen. Das gelte besonders für Ostdeutschland: “Hier haben wir ohnehin eine geringere Vermögensbildung als im Westen und deutlich mehr Langzeitarbeitslose”, erklärt Grabka.

Reicher Westen, armer Osten

Bereits jetzt sind die Vermögensunterschiede zwischen Ost und West laut DIW gewaltig. In Westdeutschland habe ein Bürger mit Altersvorsorge im Schnitt 350.000 Euro, im Osten dagegen nur 190.000 Euro. Der stärkere Effekt in Westdeutschland gehe vor allem auf Betriebsrenten und Beamtenpensionen zurück, die in Ostdeutschland nur wenig verbreitet seien.

Quelle: DIW
(ENDE) finanzwertig.de/20.01.2010

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