UG statt Ltd.

Unternehmensgründung: “Mini-GmbH” wird zum Erfolgsmodell

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Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) läuft der englischen Limited offenbar den Rang ab. Das zeigt sich unter anderem bei einem Blick in die Gewerbeanzeigenstatistik März 2011 des Statistischen Bundesamts, wie der Informationsdienst Notar und Recht berichtet. Danach wurden im ersten Quartal 2011 bei den Gewerbeämtern 1.292 neu gegründete Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) angemeldet, aber nur 129 neue “private companies limited by shares” (“Limited” bzw. “Ltd.”).

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“Damit bestätigt sich die Einschätzung vieler Notarinnen und Notare, wonach die Nachfrage nach Limiteds stark zurückgegangen ist”, sagt Hayo Schapp, Geschäftsführer der Hamburgischen Notarkammer. Grund hierfür sei vor allem, dass bei einer vorwiegend in Deutschland tätigen Limited nicht nur die deutsche, sondern auch die entsprechende ausländische Rechtsordnung zu beachten ist (insbesondere das Steuer-, Gesellschafts- und Insolvenzrecht). Das führe zu hohen Folgekosten und häufig zu unliebsamen Überraschungen. Denn würden hier nicht alle Vorschriften genau beachtet, drohten die Löschungen von Amts wegen oder eine persönliche Haftung. Mit der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) stehe Unternehmensgründern inzwischen eine kostengünstige Alternative zur Verfügung.

Hintergrund: “Mini-GmbH”

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG, wurde im November 2008 durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (“MoMiG”) eingeführt. Rechtlich handelt es sich hierbei um eine Sonderform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) – weshalb die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oftmals auch “Mini-GmbH” genannt wird. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Gesellschaftsformen besteht darin, dass eine UG bereits mit einem Stammkapital von einem Euro gegründet werden kann (GmbH: mindestens 25.000 Euro).

Als Ausgleich für das geringe Mindestkapital muss bei der UG aber anders als bei der GmbH eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 25 Prozent des (um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten) Jahresüberschusses gebildet werden. Hiervon unberührt ist jedoch das Recht der Gesellschafter auf ein angemessenes Geschäftsführergehalt, sofern sie für die UG als Geschäftsführer tätig sind und hierin keine verdeckten Gewinnausschüttungen zu sehen sind. Ist durch die Rücklagen bzw. eine Auffüllung ein Eigenkapital von 25.000 Euro erreicht, kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden. Dann entfällt auch die gesetzliche Rücklagepflicht.

Weitere Informationen zur UG (haftungsbeschränkt):


Quelle: Informationsdienst Notar und Recht
(Der Artikel ersetzt ausdrückliche keine Rechtsberatung.)
(ENDE) finanzwertig.de/26.07.2011

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