Reiserecht

Urteil: Reiseveranstalter darf Abflugzeiten nicht einseitig ändern

Kategorien: Rechtstipps, Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , ,

Reiseveranstalter dürfen die in der Buchungsbestätigung genannten Flugzeiten nicht willkürlich ändern – auch wenn sie das ihre Kunden gerne glauben machen wollen. Wegen solcher unzulässigen Änderungen der Vertragsbedingungen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Branchengrößen TUI, Alltours und Schauinsland-Reisen verklagt und nun vor den Landgerichten Düsseldorf und Hannover Recht bekommen.

Flug in den Urlaub Auf Flugzeitangabe der Reiseveranstalter ist oft kein Verlass. Pauschalreisende planen und buchen ihre Reise meist schon Monate im Voraus. Doch wenn sie ein oder zwei Wochen vor Reisebeginn ihre Reiseunterlagen erhalten, fallen sie oft aus allen Wolken: Der für den Nachmittag vorgesehene Flug wird auf fünf Uhr früh verlegt oder in die Nacht verschoben. Der gebuchte “Direktflug” nach Teneriffa führt plötzlich über einen Zwischenstopp in Madrid. Durch solche Verschiebungen kann fast ein voller Urlaubstag verloren gehen.

Viele Reiseveranstalter wollen ihre Kunden glauben lassen, sie könnten die Flugzeiten auch nach der Buchung noch beliebig ändern. Wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiert, teilte beispielsweise TUI seinen Reisenden in der Buchungsbestätigung mit, dass die Flugzeiten erst mit dem Versand der Reiseunterlagen endgültig festgelegt werden. Bei Schauinsland heiße es: “Die aktuellen Flugzeiten entnehmen Sie Ihren Flugtickets.” Und auch Alltours habe in der Reisebestätigung lediglich “unverbindliche” Flugzeiten genannt, Änderungen vorbehalten. Doch solche Klauseln sind unzulässig, wie jetzt die Landgerichte Düsseldorf und Hannover urteilten. Sie benachteiligten Kunden unangemessen und seien irreführend.

Voraussichtliche Reisezeiten sind verbindlich

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Laut Gesetz müssen Reiseveranstalter ihren Kunden bei oder unmittelbar nach Vertragsabschluss eine Reisebestätigung aushändigen. Darin müssen auch die voraussichtlichen Flugzeiten genannt werden. Und diese “voraussichtlichen” Zeiten sind keineswegs unverbindlich, sondern fester Bestandteil des Reisevertrags, wie die Richter feststellen. Der Veranstalter sei daran gebunden. Er dürfe sich lediglich Änderungen aus triftigem Grund vorbehalten, die für den Kunden zumutbar sind.

Werden die Urteile gegen die drei Reiseveranstalter rechtskräftig, können Reisende bei deutlichen Veränderungen der Flugzeiten leichter den Reisepreis mindern, Schadenersatz verlangen oder ganz von der Reise zurücktreten, so die Verbraucherschützer weiter.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband
Bild: Niko Korte / pixelio.de
(ENDE) finanzwertig.de/13.08.2012

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