K(l)eine Überschwemmung?

Urteil: Versicherung haftet nicht bei geflutetem Lichtschacht

Kategorien: Bauen & Wohnen, Rechtstipps, Versicherungen, aktuell | Tags: , , , , , ,

Kurz notiert: Nicht alles, was manch ein Laie vielleicht als Überschwemmung bezeichnen würde, ist auch versicherungsrechtlich so zu bewerten. Sammelt sich Regenwasser in einem Lichtschacht und sickert in ein Gebäude ein, ist das noch längst kein Fall für die Wohngebäudeversicherung. Das geht aus einem aktuellen Urteil hervor, auf das der LBS-Infodienst Recht und Steuern hinweist.

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Im konkreten Fall hatte ein Hausbesitzer nach einem Gewitter mit Starkregen eine böse Überraschung erlebt. Im Lichtschacht vor einem Fenster hatte sich Regenwasser gesammelt und war in den Keller des Gebäudes eingedrungen. Dabei wurde der Boden überflutet, zudem sickerte das Wasser über die Randfugen des Estrichs in die darunter liegende Dämmschicht. Die Beseitigung der Schäden kosteten den Immobilieneigentümer 6.600 Euro.

Unter der Annahme, hier liege ein vertraglich abgedeckter Überschwemmungsschaden vor, forderte der Geschädigte das Geld von seiner Wohngebäudeversicherung. Doch die Versicherung verweigerte die Zahlung. Sie argumentierte dabei, dass die Herkunft des Wassers nicht zweifelsfrei nachzuweisen sei und außerdem für eine Überschwemmung im juristischen Sinne ein erheblicher Teil des Grundstücks geflutet sein müsse.

Dieser Auffassung folgten dem LBS-Infodienst zufolge auch die Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe. Ihrer Meinung nach könne man erst von einem Überschwemmungsschaden reden, “wenn Wasser in erheblichem Umfang meist mit schädlichen Wirkungen nicht auf normalem Wege abfließt, sondern auf sonst nicht in Anspruch genommenem Gelände in Erscheinung tritt und dieses überflutet”. Dazu sei es nötig, dass sich “erhebliche Wassermengen auf der Geländeoberfläche ansammeln”. Genau das sei im konkreten Fall aber nicht geschehen – und damit handle es sich auch nicht um eine Angelegenheit für die Elementarversicherung.

(Oberlandesgericht Karlsruhe, Aktenzeichen 12 U 92/11)

Quelle: LBS-Infodienst
(ENDE) finanzwertig.de/30.01.2012

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Ein Kommentar
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  1. Meiner Meinung nach urteilt die Versicherung bzw. der Richter korrekt. Wenn Wasser durch Regen in eine Lichtschacht dringtFeld entweder eine anständige Abdeckung über dem Lichtschacht oder es liegt schlichtweg “Pfusch am Bau” vor aber keinesfalls eine Elementarschaden.

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