Schneller Klick, teuere Folgen

Verbraucherschutz im Internet: Buttonlösung zeigt Wirkung

Kategorien: Small-Talk-Wissen, Verbraucher-Infos, aktuell |

Vier Wochen nach Inkrafttreten der Buttonlösung sind viele Kostenfallen im Internet nicht mehr abrufbar. Das geht aus einer Überprüfung von 109 Webseiten durch den Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hervor. Demnach sind 92 Prozent der Webseiten, die in der Vergangenheit bei den Verbrauchern wegen verschleierter Preisangaben für viel Ärger gesorgt hatten, derzeit nicht mehr aufrufbar oder eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. Vorsicht sei aber weiterhin angebracht.

Online-Recht
Buttonlösung für Online-Geschäfte: Gesetzesänderung zeigt Wirkung

Seit 1. August 2012 gilt für private Vertragsabschlüsse im Internet die Buttonlösung. Sie besagt, dass Unternehmen ihre Kunden unmittelbar vor Absenden einer Bestellung deutlich über wesentliche Vertragsinhalte informieren müssen. Dazu zählt, dass die Verbraucher beim Bestellen die kostenpflichtige Transaktion ausdrücklich bestätigen, indem der Bestellbutton zum Beispiel mit “zahlungspflichtig bestellen” beschriftet wird.

Bei der Überprüfung von 109 Internetportalen hat der vzbv nach eigenen Angaben jetzt festgestellt, dass 88 Webseiten nicht mehr aufrufbar sind. Bei weiteren 13 Seiten sei aktuell eine Anmeldung nicht möglich. Einen Teil der restlichen Seiten beanstande der vzbv weiterhin: Entweder fehlten wichtige Vertragsinformationen, wie zum Beispiel die automatische Vertragsverlängerung in unmittelbarer Nähe des Bestellbuttons. Oder die vorgeschriebene Beschriftung des Buttons, wie “zahlungspflichtig bestellen”, sei nicht vorhanden. Der vzbv habe bereits erste Abmahnungen versandt.

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Vorsicht insbesondere bei Smartphones

Auch wenn Verbraucher sich momentan auf vielen vormals beanstandeten Internetseiten nicht mehr anmelden können, sehen die Verbraucherzentralen noch keinen Grund zur Entwarnung. “Es ist leider nicht auszuschließen, dass unzulässige Webseiten wieder aktiviert oder alte Maschen nun bei Bestellungen über Smartphones versucht werden”, sagte Helke Heidemann-Peuser, Referatsleiterin Kollektiver Rechtsschutz beim vzbv.

Beim Smartphone müssen Verbraucher sich häufig nicht einmal registrieren, um in eine Kostenfalle zu tappen. So kann laut Verbraucherbeschwerden bereits ein (unbeabsichtigter) Klick auf einen Werbebanner dazu führen, dass kostenpflichtige Leistungen (Abo) heruntergeladen und ein relativ geringer Betrag per “Wap-Billing” über die Handyrechnung eingezogen wird. Verbraucher merken das häufig erst dann, wenn der gewohnte Rechnungsbetrag deutlich und ohne offensichtlichen Grund überschritten wird. Die Verbraucherzentralen werden die Aktivitäten der Abofallen-Betreiber deshalb weiterhin aufmerksam verfolgen.

Mehr zu diesem Thema gibt es auf der Webseite des Verbraucherzentrale Bundesverband: Praxistest Buttonlösung – Ergebnis der Überprüfung von Kostenfallen-Seiten (.pdf-Datei).

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
(ENDE) finanzwertig.de/03.09.2012

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