Rundfunkgebühren

Von wegen Datenschutz: GEZ-Fahnder lässt Unterlagen liegen

Kategorien: Small-Talk-Wissen, aktuell | Tags: , ,

Und wieder einmal macht die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren negativ von sich reden: Ein Gebührenbeauftragter des Hessischen Rundfunks hat in einem Auto sensible Unterlagen seiner “Kundschaft” liegen gelassen. Erst vergangene Woche war der WDR in die Schlagzeilen geraten, nachdem er von einer Restaurantkette GEZ-Gebühren für deren computergestützte Kassen gefordert hatte.

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Da dürfte der Alsfelder Autohändler nicht schlecht gestaunt haben: Beim Saubermachen eines Autos, das ein unzufriedener Kunde zurückgegeben hatte, stieß einer seiner Mitarbeiter auf einen Stapel Karteikarten. Bei näherem Hinsehen entpuppten sich diese als Unterlagen für den Rundfunkgebühreneinzug des regional zuständigen Hessischen Rundfunks (HR) – mit zahlreichen sehr privaten Informationen.

So hatten die Mitarbeiter des Autohauses plötzlich Einblick in Namen, Adressen, Bankverbindungen sowie handschriftlich ergänzte Verwandtschaftsverhältnisse von Vogelsberger Einwohnern, die auf die ein oder andere Art ins Visier der GEZ geraten waren. Als Zugabe gab es noch den vollständig ausgefüllten Anmeldeschein einer Vogelsberger Familie.

Das Auto war von einem freiberuflichen Gebühreneintreiber des Hessischen Rundfunks gekauft worden. Er war mit dem Wagen jedoch nicht zufrieden und machte den Kauf rückgängig. Bei der Rückgabe vergaß er dann offenbar seine Unterlagen herauszunehmen. Der Autohändler reagierte darüber verärgert: “So eine Schlamperei! So leichtfertig gehen Mitarbeiter der GEZ also mit unseren Daten um! Aber an der Tür gegenüber den Leuten den Dicken machen!”, schimpfte er gegenüber dem Kreis-Anzeiger aus Nidda.

Beim Hessischen Rundfunk hält man den Vorfall für bedauerlich. “Das geht natürlich nicht”, räumte Doris Gabel, Leiterin des Bereichs Rundfunkgebühren des Senders, ein. Zugleich verteidigte sie die Angelegenheit als Einzelfall. Zudem habe der auf Provisionsbasis arbeitende GEZ-Fahnder die Karteikarten ja nicht in den Müll oder auf die Straße geworfen, sondern lediglich in einem Auto vergessen. Vermisst hat der auf Provisionsbasis arbeitende GEZ-Fahnder seine Arbeitsmittel offenbar auch noch nicht. Beim Autohändler hat er sich jedenfalls nicht mehr gemeldet. Nun darf sich der Hessische Rundfunk die Karteikarten selbst abholen.

(ENDE) finanzwertig.de/28.03.2010

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