Versicherungsschutz bei Hörschäden

Vuvuzela-Lärm: Versicherungen empfehlen Ohrstöpsel

Kategorien: Verbraucher-Infos, Versicherungen, aktuell | Tags: , , , , ,

Wenn am Sonntag die deutsche Fußball-Nationalelf im WM-Achtelfinale zum großen Show-down gegen England antritt, wird es wieder viele Deutsche zu den zahlreichen Public Viewing-Veranstaltungen ziehen. Dafür sollten neben der Deutschlandfahne in jedem Fall auch Ohrstöpsel eingepackt werden, um sich vor dem “Lärm-Terror” der auch bei uns beliebten Vuvuzelas zu schützen. Denn dass Versicherungen die Kosten für eventuelle Hörschäden übernehmen, ist längst nicht ausgemacht, wie eine Umfrage von FinanceScout24 ergab.

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Vuvuzelas gelten als Presslufthammer unter den Fanartikeln. Mit einem Schallpegel von mehr als 120 Dezibel verursachen sie einen vergleichbaren Lärm wie ein Düsenflugzeug. Nicht umsonst bedeutet das Wort Vuvuzela in der Zulu-Sprache sehr zutreffend “Krach machen”. Da die Instrumente fester Bestandteil der Kultur Südafrikas sind, lassen sie sich nicht so einfach aus den Stadien verbannen. Und auch einige Organisatoren von Public Viewings und Fanmeilen berufen sich darauf – obwohl Ärzte vor folgenschweren Gehörschäden wie akuter Taubheit oder chronischem Tinnitus warnen.

Hörschäden nicht automatisch durch Unfallversicherung gedeckt

Zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft hatte ein Hamburger Versicherungsberater mit der Behauptung für Aufsehen gesorgt, dass bei einem von Vuvuzelas verursachten Hörschaden die private Unfallversicherung einspringt und die Behandlungskosten trägt – schließlich falle der Schaden durch Schallwellen in vollem Umfang unter den Unfallbegriff. Doch solche pauschalen Aussagen sind nicht hilfreich, warnt etwa Tobias Janaschke, Pressesprecher der Domcura. In der Regel werde jeder Hörschaden einer Einzelfallprüfung unterzogen. Ein wichtiger Aspekt dabei sei, wer für den Hörschaden verantwortlich zu machen ist. Entstehe der Hörschaden bei einem Unfall, zahle die Unfallversicherung. Liegt dagegen ein Verschulden oder Mitverschulden einer anderen Person vor, greift laut Janaschke dessen Privathaftpflicht.

So sieht das auch Dr. Christoph Groffy, Pressesprecher der HDI: “Wenn der Verursacher des Schadens klar auszumachen ist, kommt die private Haftpflicht für den Schaden am Gehör auf”, erklärt er. Das sei etwa der Fall, wenn ein Fan einem anderen mit der Vuvuzela unmittelbar ins Ohr tröte. Wer vom Public Viewing mit Tinnitus-Geräuschen oder gar akutem Hörversagen nach Hause komme, könne auch den Veranstalter über dessen Betriebshaftpflicht haftbar machen. Allerdings müsse der Geschädigte in diesem Fall nachweisen, dass tatsächlich Vuvuzela-Lärm die Ursache sei – und nicht etwa der Geräuschpegel der feiernden Fans. Das sei mitunter aber schwierig, räumt Groffy ein.

Auf einen anderen problematischen Aspekt weist Uwe Fahrenholz von der Haftpflichtkasse hin: Nicht immer sei ein Gehörschaden auf ein Lärmtrauma zurückzuführen. Tinnitus habe oftmals auch psychische Gründe. Ein Geschädigter müsse unter Umständen nachweisen, dass erst ein Trauma das Ohrensausen ausgelöst hat.

Lieber Ohrstöpsel statt späterer Kostenstreit

Vor dem Hintergrund dieser Aussagen sollte sich also besser niemand darauf verlassen, dass Versicherungen im Ernstfall die Behandlungskosten und die Kosten für Folgeschäden übernehmen. Besser ist es, selbst Prävention zu betreiben. Deshalb gehören Ohrstöpsel und Lärmschutz zur Grundausstattung beim Public Viewing oder im Stadion vor Ort.

(ENDE) finanzwertig.de/24.06.2010

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