Lukratives Geschäft für Kommunen

‘WISO’: Einwohnermeldeämter geben Privatadressen an Datenhändler

Kategorien: Verbraucher-Infos, aktuell | Tags: , , , , ,

Die deutschen Einwohnermeldeämter geben auf Verlangen die Adressen von Bürgern auch an Firmen weiter, die zu Werbezwecken mit Daten handeln, wie das ZDF-Wirtschaftsmagazin ‘WISO’ vorab berichtet. Datenhändler könnten so mit Hilfe der Kommunen an Millionen Privatadressen kommen. Für die Auskunft kassieren die Behörden eine Gebühr. So verlangt beispielsweise das Bürgeramt Berlin laut ‘WISO’-Angaben fünf Euro pro Adresse, in München kostet eine Adresse 15 Euro.

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Für die Kommunen ist die Weitergabe der Daten somit eine lukrative Einnahmequelle. Für Peter Schaar, den Datenschutzbeauftragten der Bundesregierung, ist das hingegen ein Skandal: “Im Internetzeitalter hat das eine neue Qualität gewonnen. Diese Daten werden verwendet, um Profile zu aktualisieren, um den Adresshandel gegebenenfalls noch effizienter und noch ertragreicher zu gestalten”, erklärte er gegenüber dem ZDF-Magazin.

Das Bundesinnenministerium dulde die Datenweitergabe durch Behörden. Auf Nachfrage von ‘WISO’ sei aber dennoch eine Prüfung angekündigt worden: “Das Bundesinnenministerium prüft, ob und gegebenenfalls inwieweit bei Melderegisterauskünften die beschriebenen Interessen der Allgemeinheit und des einzelnen Meldepflichtigen neu austariert werden müssen.”

Den entsprechenden Fernsehbeitrag gibt es heute Abend (4. Oktober 2010) um 19.25 Uhr im ZDF.

Mehr zum Thema:
Redaktionsseite ZDF-’WISO’
Privatadressen: Einwohnermeldeämter verkaufen an Datenhändler (golem.de)

Quelle: ZDF
(ENDE) finanzwertig.de/04.10.2010

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