Unzufriedenheit mit Euro-Krisenmanagement

ZDF-Politbarometer: Deutsche fürchten um Stabilität des Euro

Kategorien: Finanzpolitik, aktuell | Tags: , , , , ,

Mehr Bundesbürger denn je sorgen sich um die Stabilität des Euro: In der derzeitigen finanziellen Krise einiger Staaten sehen mittlerweile 86 Prozent eine Gefahr für die Stabilität ihres Geldes, wie aus dem ZDF-Politbarometer für Juli 2011 hervorgeht. Gleichzeitig lehnten weiterhin 58 Prozent der Befragten weitere Finanzhilfen für Griechenland ab; nur 37 Prozent seien dafür (weiß nicht: 5 Prozent).

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Die in dieser Woche in den Fokus der Eurokrise geratene hohe Verschuldung Italiens halten 68 Prozent der Befragten dem Politbarometer zufolge für eine sehr große oder große Gefahr für die Stabilität des Euro. Lediglich 28 Prozent sähen darin eine geringe oder keine Gefahr (weiß nicht: 4 Prozent). Mehrheitlich unzufrieden seien die Bundesbürger außerdem mit dem Euro-Krisenmanagement der Europäischen Union: Dass die EU ihre Sache dabei “eher gut” mache, meinten nur 35 Prozent. 53 Prozent beurteilten die Arbeit der Politiker dagegen als “eher schlecht” (weiß nicht: 12 Prozent).

Bei der direkten Frage, welche der als gefährdet diskutierten fünf EU-Länder man auch zukünftig mit dabei haben will, wird die Distanz zu Griechenland deutlich: So befürworteten nach ZDF-Angaben nur 47 Prozent der Deutschen eine weitere Beteiligung Griechenlands am Euro – während gleichzeitig auch 47 Prozent dagegen sind. Für einen Verbleib in der Euro-Zone sprachen sich dagegen bei Spanien 77 Prozent aus, bei Italien 73 Prozent, bei Portugal 68 Prozent und bei Irland 67 Prozent.

Steuersenkungspläne stoßen auf Skepsis

Etwas vom Thema Euro verdrängt wurde die Grundsatzentscheidung der Bundesregierung, ab 2013 die Steuern für kleine und mittlere Einkommen zu senken. Das finden dem Politbarometer zufolge zwar 69 Prozent aller Befragten richtig (nicht richtig: 28 Prozent, weiß nicht: 3 Prozent). Allerdings glaubten nur 17 Prozent auch an eine tatsächliche Umsetzung der geplanten Steuersenkungen. 80 Prozent rechneten dagegen nicht mit ihrer Realisierung (weiß nicht: 3 Prozent).

Ganz allgemein sprachen sich die meisten Bundesbürger (62 Prozent) zudem dafür aus, die aktuellen Steuermehreinnahmen hauptsächlich für den Abbau der Schulden einzusetzen. Lediglich 28 Prozent wollten sie in erster Linie für Steuersenkungen genutzt sehen. Weitere 8 Prozent würden sie für zusätzliche staatliche Ausgaben verwenden.

Weitere Ergebnisse aus dem aktuellen ZDF-Politbarometer (unter anderem zur Sonntagsfrage, der Beliebtheit von Politikern und den Kanzlerkandidaten der SPD) finden sich auf der Webseite des ZDF: ZDF-Politbarometer vom 15. Juli 2011.

*) Die Umfragen zum Politbarometer wurden laut ZDF-Angaben von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 12. bis 14. Juli 2011 bei 1.273 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

Quelle: ZDF
(ENDE) finanzwertig.de/15.07.2011

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